Knysna und warum das Township der tollste Ort der Welt war…

Angekommen in Port Elisabeth, war eigentlich geplant das wir gemütlich nach Knysna fahren und unterwegs diverse Stops machen, war dann aber nicht…

Unsere Lodge in Knysna war der Hammer, ein Riesen Wohnzimmer mit Küche, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder… Alles aus Holz und wunderschön eingerichtet.

Wir waren zwar nur in 2. Reihe aber das Meer bzw. die Lagune von Knyna war trotzdem sichtbar.

Nur 2 Minuten zum Laufen entfernt gab es einen wunderschönen Aussichtspunkt.

Am ersten Tag in Knysna sind wir auf den Spitskop gefahren, ein Berg mit einem grundsätzlich wunderschönen Ausblick, leider war alles abgebrannt. Seit dem letzten Jahr wird Knysna leider regelmäßig von Feuern heimgesucht was super schade ist da es wunderschön ist.

Danach sind wir in ein Tier Resort Gefahren einem grundsätzlich vertretbaren Resort in dem verletze Tiere aufgepäppelt und wieder ausgebildet werden.

Jedoch werden auch Tiere dort gehalten um Touristen Eintritt abverlangen zu können um ersteres finanzieren zu können.

Ich bin zwiegespalten wie ich das finden soll.

Dort haben wir auch endlich einen männlichen Löwen gesehen, dann auch noch einen weißen, was äußerst selten ist.

Weiterhin Leoparden als auch andere Raubkatzen.

Danach haben wir uns im üblichen Speedtourismusverfahren noch kurz Plettenbergbay angeschaut, nettes Örtchen mit schönem Strand.

Am nächsten Tag, kommt mein bisheriges Highlight der Reise der Township Tag mit Peggys Tour.

Da es mit Soweto ja leider nicht geklappt hat wollten wir uns wenigstens das Township von Knysna anschauen. Wir hatten eine Tour gebucht welche ethisch vertretbar wirkte und wurden vom Hotel abgeholt, mit einem Minibus ging es los. Unsere Townshipführerin Konga erzählte uns direkt das es nicht gefährlich ist und die Leute im Township sich sogar freuen wenn „weiße“ sich für Sie interessieren, da die Apartheit zwar vorbei wäre aber es immer noch viel Rassentrennung gibt. Somit sind die Townshipbewohner happy wenn man keine Berührungsängste hat.

Sie führte uns durchs Township, zeigte uns Häuser in dem auf minikleinem Raum so viele Menschen wohnten das man es sich kaum vorstellen kann.

Wie z.B. In diesem Zimmer schlafen 11 Personen!

Konga lebt selbst dort und kannte gefühlt jeden der uns begegnete, alle waren super freundlich, posierten für Fotos und strahlten uns durchweg dauerhaft an.

Nachdem wir uns in einem lokalen Minisupermarkt mit Keksen und Obst eingedeckt hatten gingen wir in den lokalen Kindergarten.

Dort wurden wir mit einem Lied begrüßt und haben dann mit den Kids spielen können und ich habe glaube ich noch nie so viel gelacht.

Die Kinder hingen an uns wie fliegen, teilweise haben sich 8 Kinder gleichzeitig auf mich gestürzt.

Haben sich an mich gekuschelt, meine Haut berühren wollen, meine Haare geflochten und sind mit meinem Rucksack spazieren gegangen.

Die Kinder haben sich an mich gekuschelt als ob sie mich ewig kennen würden, das Gefühl was so viel Zuneigung ausgelöst hat war unbeschreiblich!

Natürlich haben wir dann auch noch unser gekauftes Essen verteilt, danach mochten sie uns noch mehr 😉

Irgendwann war es leider Zeit den Kindergarten wieder zu verlassen, wir fuhren weiter und hielten unter anderem bei einem lokalen Friseur, welche dort wie alle anderen Läden auch in einem Container sind.

Wir haben eine Frau besucht welche jede Woche für 190 Kinder Mittagessen kocht und haben noch diverse andere Stopps gemacht.

Als wir auf dem Rückweg waren, fuhren wir an einem Waisenhaus vorbei.

Ich bat Konga kurz zu halten, wir gingen kurz rein und ich machte mit der Direktorin einen Termin für später am Tag aus wo wir wiederkommen durften und das Haus besichtigen sowie mit den Kindern spielen.

Als die Tour vorbei war, haben wir kurz unser Auto geholt und sind direkt wieder ins Township. Mega gespannt wie es ist ohne Konga, mit welcher wir jedoch für den Abend wieder verabredet waren, sein wird im Township.

Wir fuhren im Township von Shop zu Shop und kauften alles an Obst, Gemüse und Brot was wir bekommen konnten.

Wir wurden so ziemlich vor jedem Shop angebettelt und verteilten relativ schnell wieder alles was wir gekauft hatten.

Ein Mann fragte mich ob ich ihm 20 Rand geben würde, da ich kein Freund davon bin Geld zu geben habe ich ihm angeboten ihm zu kaufen was er braucht, er hat sich eine Packung Brot, eine Milch und einen Kohl ausgesucht. Ich habe noch nie so viel Dankbarkeit gesehen wie in dem Moment.

Zwischendurch sind wir an etwas vorbeigefahren was wie ein Club aussah wo laute Musik rauskam, hier waren wir morgens schonmal vorbeigekommen, und waren natürlich neugierig.

Also ganz mutig einfach mal da rein gelaufen… Wir wurden natürlich erstmal angeschaut wie Aliens, aber nach einigen Momenten hatten wir plötzlich zig Leute um uns rum die alle mit uns reden wollten, jeder begrüßte uns, wollte uns einen Platz anbieten, mit uns tanzen, mit uns was trinken, uns irgendwas zeigen… Es war krass.

Ich muss jedoch dazusagen das hier mitten am Tag auch schon einige sehr betrunken waren, eine Frau die an uns hing wie eine Klette wirkte ziemlich stoned und damit ziemlich unheimlich.

Nach ca 20 Minuten haben wir den Club dann wieder verlassen, das war doch etwas viel Aufmerksamkeit für uns und widmeten uns wieder unserer Einkaufstour.

Irgendwann haben wir es geschafft den Kofferraum doch mal voll zu bekommen und sind damit zum Waisenhaus gefahren.

Wir hätten natürlich auch alles einfach in einem der großen Supermärkte in der Stadt kaufen können, uns war es aber wichtig das wir die Wirtschaft im Township unterstützen.

Im Waisenhaus haben wir alles abgegeben und durften dann auch hier mit den Kindern spielen, in dem Haus leben aktuell 42 Kinder zwischen 0-18 Jahren.

Wir durften hier leider keine Bilder machen, jedoch war es ähnlich wie morgens im Kindergarten, die Kids klebten an uns.

Es waren so tolle Wesen, welche uns sofort ins Herz geschlossen haben und ich sie…

Diese Momente mit den Kindern waren einfach unbeschreiblich schön.

Trotzdem mussten wir irgendwann gehen da Abendessenszeit war für die Kinder.

Konga die wir zwischenzeitlich wieder eingesammelt hatten hat uns dann zu sich nach Hause eingeladen.

Dort haben wir einen Teil ihrer Familie kennengelernt, ihre Kinder haben uns dann direkt noch ihr musikalisches Talent zeigt und die Tochter uns zwei wunderschöne Lieder aus der Kirche (Kongas Mann ist Pfarrer) gesungen welche der Sohn auf dem Keyboard begleitet hat, und er hat uns noch was auf der E-Gitarre vorgespielt.

Ein toller Ausklang des Tages im Township.

Zusammenfassend muss ich sagen, ich habe noch nie so viel Armut und Lebensfreude auf einmal gesehen. Die Menschen dort genießen einfach was sie haben und haben uns durchweg mit offenen Armen aufgenommen unabhängig davon ob sie was von uns bekommen haben oder nicht.

Der Tag im Township wird bei mir noch lange nachwirken und ich habe hier auch für mich einiges mitgenommen… Man muss nicht viel haben um glücklich zu sein, und vor allem muss man nicht viel haben um Anderen mit einem Lächeln zu begegnen….

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