Lost am Kilimandscharo

Als nächstes stand Amboseli auf dem Plan, nach acht 6 Stunden Fahrt kamen wir ohne Zwischenstopp im Supermarkt bei unserem gebuchten EcoCamp in der Nähe des Amboseli Nationalparks an.

Eigentlich wollten wir uns im Supermarkt nochmal mit Lebensmitteln für die kommenden Tage eindecken, da wir das Essen was es in den Unterkünften gibt nicht mehr sehen können, und es eh meistens nur Reis, Spinat und Fleischbrocken gibt. Diesen Stop hatte John leider vergessen.
Am Camp angekommen, und unsere sehr spärliche Hütte auf einem sehr großen Stück Land bezogen, bemerkte John beim Ausladen das irgendwas mit dem Auto nicht in Ordnung sei da Flüssigkeit ausläuft.
Wir verabreden das er danach schauen lässt und uns gegen 16 Uhr abholt um dann den ersten Game Drive im Amboseli zu machen.
Ich sagte noch er soll sich Zeit lassen mit dem Auto und das ein funktionierendes Auto hier natürlich Prio eins hat.
In den darauffolgenden 2 Stunden erkundeten wir das Haus (länglicher Bau mit diversen Zimmern die alle abgeschlossen waren außer unseres, das Gemeinschaftsbad und eine seltsam verdreckte Küche).

Jedoch hatten wir eine ganz nette Terrasse von der aus wir den Kilimandscharo und ein ganzes Stück dieses EcoCamp überblicken konnten.

Es muht und mäht in jeder Ecke da hier rundherum Massai Dörfer sind, und die Kinds versuchen auch die ganze Zeit am Zaun Süßigkeiten zu erbetteln, leider haben wir ja aber selbst nicht mal was zu essen.
Gegen 16 Uhr, wir hatten in der Zwischenzeit unsere letzten Vorräte an Chips und Nüssen aufgefuttert, kommt anstatt John erstmal stundenlanger Dauerregen und Gewitter. Es schüttet so arg das das Land um uns herum irgendwann überflutet ist und wir sowieso nirgends mehr hätten hinkönnen… Gegen 18 Uhr wird uns schmerzlich bewusst, dass wenn er nicht wiederkommt oder das Auto einfach nicht zu reparieren ist, da natürlich auch Wochenende ist, wir hier einfach nicht mehr wegkommen.
Die nächste Bushaltestelle liegt laut Maps.me ca 3 Stunden entfernt. Genaues können wir jedoch nicht in Erfahrung bringen, da es natürlich kein Internet gab.
Gegen 19 Uhr wurde der Regen langsam weniger und wir beschlossen ins Restaurant zu gehen, bleibt uns ja außer hungern fast nichts übrig, durch den Schlamm waten wir ca 10 Minuten mit der Stirnlampe bewaffnet Richtung Haupthaus ins Restaurant.
Wo uns Kartoffelbrei und Linsen erwarten, da wir weil das Fleisch uns wirklich anekelt behauptet haben, wir sind Vegetarier.
Tatsächlich gab es neben uns noch eine Familie die auch hier, aber am anderen Ende des Geländes zu Besuch war, und dem Sohn ging es wohl ähnlich wie uns, er schrie die ganze Zeit wild Gerichte wie „Pizza, Pasta, Burger und Pommes“ bekam aber auch nur Kartoffelbrei und Linsen.
Nach dem Essen wateten wir zurück in unsere Hütte und sitzen noch etwas draußen und bestaunen den Sternenhimmel inklusive Milchstraße, als gegen 21 Uhr plötzlich aus dem Gebüsch hinter dem Zaun des Grundstücks plötzlich jemand verzweifelt meinen Namen ruft.
John war zurück, fand aber den Eingang zum Gelände nicht.
Er erzählte uns als er den Zaun überwunden hatte, das er mit dem Motorradtaxi da ist, weil der Landrover am Arsch ist.
Er hat den ganzen Tag versucht jemand zu finden der ihn reparier kann, da Wochenende ist wird dies aber schwierig. Ein Ersatzfahrzeug ist von Nairobi auf dem Weg her, er weiß aber nicht genau wann dies ankommt.
Als er uns grade noch erklärt wie es jetzt die kommenden Tage weitergeht, kommt plötzlich aus dem Gebüsch ein Massei komplett in weiß gekleidet (keine Ahnung was das zu bedeuten hat, da die ja normal sehr bunt angezogen sind) stellt sich 2 Meter von uns weg und starrt uns an.
Irgendwie gespenstisch, wir versuchen ihn erst zu ignorieren, irgendwann sagt John was zu ihm, er dreht sich um und geht weg…
John verschwand auch relativ schnell und wir gingen ins Haus, nachdem ich gerade dabei war Türen und Fenster zu schließen sah ich plötzlich hinter einem Stuhl eine Riesen Vogelspinne. Entsetzt blieb ich stehen und zeige diese Maren, wir schauten uns an und überlegten grade fieberhaft was wir jetzt tun sollten.
Mit der Vogelspinne im Haus schlafen war keine Option, die Vogelspinne selbstständig irgendwie töten oder rausbegleiten auch nicht.
Nochmal vor zum Restaurant und den Koch bitten, vielleicht?
Während wir noch überlegten kam, mal wieder aus dem Gebüsch ein Massei und spazierte bei uns zum Haus hinein, normalerweise hätte mir das Angst gemacht, aber in dem Moment war ich so froh diesen Menschen zu sehen.
Wir begrüßten ihn auch direkt mit ‚Can you please help us?‘.
Er erledigte das Tier mit einem Stock, und erklärte uns danach das er auch bei uns im Haus wohnt.
Dann gingen wir total erschlagen, von dem Tag, an dem wir eigentlich nichtsgemacht haben außer zu warten, zu fahren oder zu hungern endlich schlafen.
Am Schlaf war leider hier in der Wildnis mit den ganzen Viechern ehr weniger zu denken.
Ich hab die ganze Nacht Spinnen auf mir gefühlt…
Am nächsten Morgen sind wir etwas müde, mit dem Ersatzauto (einem alten klapprigen Bus) in den Amboseli gefahren und haben wunderschöne Landschaften und die üblichen Tiere gesehen.
Neben dem tollen Panorama mit dem Kilimandscharo im Hintergrund, waren Mega schöne Seen mit Flamingos und toller abwechslungsreicher Landschaft zu bestaunen.

Kenia Masai Mara und warum ich jetzt vielleicht ausversehen verheiratet bin…

Am nächsten morgen machten wir uns auf den Weg ins die Masai Mara.
Die Fahrt dahin war bereits ein Abenteuer, John sagte das die Fahrt ca.5-6 Stunden dauert, Google Maps zeigte mir 3,5 Stunden an.
Nach einiger Zeit auf recht guten Straßen verließen wir die Zivilisation und fuhren auf Straßen die man so garnicht mehr bezeichnen kann oder besser gesagt schleppten uns über Steinhügel.
Selbst der Landrover hatte mächtig zu kämpfen und wir hatten ein Durchschnittstempo von ca 20 km/h, und das auf über 7 Stunden hinweg.
Uns tat irgendwann alles weh, wir hatten überall blaue Flecken, da es uns im Auto nonstop hin und hergeschüttelt hat.
Irgendwann kamen wir aber nachdem wir bereits an unzähligen Massai Dörfern vorbeigefahren waren und die Bewohner mit ihrer wundervollen farbenfrohen Kleidung und ihrem tollen Schmuck bewundern konnten, in unserer gebuchten Lodge an.
Dort stellten wir recht schnell fest, dass wir die einzigen Gäste sind und es kamen die folgenden Tage auch keine weiteren.
So wurden wir von 2 Kellnern, 2 Köchen, 2 Managern, 4 Gärtnern und einer Putzfrau 3 Tage lang verwöhnt von vorne bis hinten. Angefangen vom Tee auf unsere Terasse, über Live Gitarrenmusik beim Essen, mehrgängige Menüs (inklusive Spinat und Maisbrei) und private Massai Gesangsvorstellungen beim Abendessen durch die Gärtner, die zufällig Masai waren.

Am ersten Tag in Massai Mara fuhren wir zu einem Traditionellen Massai Dorf, da wir dieses unbedingt anschauen und mit den Bewohnern in Kontakt kommen wollten.
Die Massai sind eine Volksgruppe in Kenia, welche noch sehr ursprünglich in ihren Nomaden Dörfern aus Lehmhütten leben und meistens echt große Rinder oder Ziegen Herden haben.
Ich hoffte auf etwas ursprüngliches und ‚echtes‘. Am Eingang des Dorfes wurde uns erstmal Kohle abgenommen, damit wir in das Dorf kommen konnten, mit der Erklärung das von dem Geld die Kinder in die Schule geschickt werden können, konnte ich jedoch leben.
Dann kam ein singender Trupp Massais aus dem Dorf und forderten uns auf mitzumachen, was sehr seltsam aber auch irgendwie cool war. Wir tanzten also gemeinsam durch die Kuhfladen welche überall in der Mitte des Dorfes lagen. Bekamen Unmengen an Schmuck umgehängt und wurden anschließend durchs Dorf geführt.

Während des Tanzens stellte der Häuptling des Dorfes sich direkt vor mich und starrte mir ganz seltsam in die Augen. Er erklärte mir dann das die Männer gleich vor uns hochhüpfen und das dann die Heiratswillige Frau eine Art Lanze vor demjenigen in die Erde stecken muss.

Da er mich dann bat dies bei ihm zu tun, fragte ich ob das nun bedeutet das wir verheiratet sind und ob ich jetzt hierbleiben muss, er lachte und sagte irgendwas was ich nicht verstand. Ich durfte das Dorf aber nachdem uns die Rituale erklärt wurden, wir die Häuser besichtigt hatten und die Dorfkinder kennengelernt hatten ohne Mann wieder verlassen.
Am nächsten Tag als wir die Massai des Dorfes wieder trafen umarmte er mich jedoch sehr freudig und fragte ob ich ihn noch kennen würde.

Die nächsten 2 Tage haben wir Pirschfarten durch diverse Gebiete der Masai Mara gemacht, und es war Mega schön.
Von Löwen, Geparden, Babylöwen über Krokodile und die ganzen anderen Tiere, die Mega Landschaften und die Sonnenuntergängen haben wir so viel gesehen…

Kenia (Lake Naivasha und Nakuru)

Wir verließen Nairobi am frühen Morgen und starteten durch das Rift Valley (dieses geht übrigens von Israel bis Kenia)zum Lake Naivasha, hier machten wir eine Bootstour auf dem See, was ganz nett war, wir sahen Hippos, jede Menge unterschiedlicher Vögel, Giraffen am Wasserrand und Fischer die gefühlt mitten im See standen.

Von dort aus ging es weiter nach Nakuru.

In Nakuru angekommen, hatten wir direkt Troubles mit dem Hotel, das Zimmer welches gebucht war gab es so nicht oder war überbucht, es hat uns fast 2 Stunden Diskussionen gekostet bis wir endlich ein halbwegs vernünftiges Zimmer hatten.
Welches zwar weder WLAN, noch die gebuchte Gartensicht hatten, aber irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr mir Zimmer anzuschauen und zu diskutieren.
Abends waren wir mit John zum Abendessen in Nakuru verabredet, da dies die letzte Stadt für die nächsten Tage sein sollte in der wir uns aufhalten würden.
Er holte uns ab, wir warteten bereits mit knurrendem Magen, und führte uns quer durch die Stadt in eine Art Club, mit schummrigen Licht und einem etwas seltsamen Ambiete.
Anstatt Essen gab es Wein der wiederlich schmeckte.
Irgendwann hat er dann doch was zu Essen bestellt für uns alle, uns jedoch ich mal gefragt was wir wollen, dann sollte es auch nur noch eine Stunde dauern bis dies kam.
War ja auch erst 21 Uhr 😉
Es kam Maisbrei, Spinat, Pommes und ungenießbares Schafsfleisch in Stücke geschnitten am Knochen.
Das entspricht auch so ungefähr dem was man hier täglich bekommt, Spinat, Maisbrei und Fleisch am Knochen.
Ich glaub Spinat kann ich in Deutschland erstmal nicht mehr anrühren.
Während wir da saßen stellte er uns diversen Leuten vor und ließ sich bewundern dafür, dass er mit 2 Frauen da sass.
Wir diskutierten über Tradition und Gleichberechtigung.
Darüber, dass es in Kenia immer noch Gang und gebe ist das ein Mann mehrere Frauen hat.
Versuchten Aufklärung zu betreiben das es wenig Sinn macht sich eine 2. Frau zu suchen nur weil die erste keine Jungs bekommt, sondern nur Mädchen, da dies nicht an der Frau liegt.
Haben versucht ihm klarzumachen das wir es nicht nachvollziehen können, das hier eine Frau auch in der gehobenen Mittelschicht noch gegen Kühe eingetauscht wird wie ein Gegenstand.
Und haben irgendwann aufgegeben und uns über die Gleichberechtigung in Deutschland gefreut.
Am nächsten Tag ging es zum Lake Nakuru Nationalpark.
Wir fuhren so ziemlich den ganzen Tag durch den Park und sahen jede Menge Tiere wie Zebras, Hippos, Nashörner, Impalas, Wasserböcke, Giraffen, Flamingos und jede Menge andere Vögel die ich nicht mehr benennen kann.

Es war mega schön!

Auf einem Hügel direkt am See hatten wir einen spektakulären Aussichtspunkt und unser Picknick zur Mittagszeit fand einfach auf einer Wiese statt. John vergewisserte sich nur kurz ob Büffel oder Löwen in unmittelbarer Nähe waren und dann hockten wir da, der perfekte Snack für einen hungrigen Löwen zum Mittag. Dementsprechend angespannt war ich auch die ganze Zeit.

Als John vorschlug hier auf der Decke noch einen kleinen Mittagsschlaf zumachen war ich raus…
Es gibt in den Nationalparks in Kenia, keinerlei eingezäunte Rastplätze oder gar Toiletten.
Einfach in der Wildnis sitzen und in den Busch pinkeln wurde auch für uns nach einiger Zeit normal.
Nach atemberaubenden Tier Begegnungen aus sicherer Entfernung aus dem Auto, kehrten wir abends erschöpft und mit etwas Magen Problemen zurück ins Hotel.

Kenia Part 1 (Nairobi)

Nachdem ich nach Südafrika etwas Afrika angefixt bin, ging es diesmal nach Kenia.
Die Vorbereitungen/Reiseplanungen hier waren etwas aufwendiger, da mir mehrfach davon abgeraten worden ist, dies auf eigene Faust zu machen.
Dank einiger aufwendigeren Recherche stand aber irgendwann Route und Reiseverlauf.
In Nairobi angekommen, holte uns unser Fahrer/Guide John ab, welchen wir für die kommenden 10 Tage gebucht hatten.
Er brachte uns ins Hotel, welches das erste Schlechte von so einigen sein sollte.
Ein runtergekommenes Hinterhofhotel, die Moskitonetze waren bereits dunkelgrau und aufgrund des hohen Staubanteils im Zimmer bekam man kaum Luft.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit John los durch Nairobi, erstmal durch die Stadt, er zeigte uns diverse Gebäude, Straßen, Parks usw die ich mir alle nicht merken konnte.

Dann fuhren wir zum Slum, da ich noch die Südafrikaerfahrung im Kopf hatte, bin ich natürlich davon ausgegangen das wir da jetzt durchlaufen.

Aber wir blieben in sicherer Entfernung stehen und John erzählt uns von Schiesserein, Kriminalität, kein Strom, kein fließend Wasser und jeder Menge Krankheiten…

Danach ging es weiter zum Sheldrick Wildlife Trust dort werden verweiset Babyelefanten aufgenommen und mit der Flasche aufgezogen. Wenn sie groß genug sind werden sie wieder ausgewildert.

Da die Elefanten sich nicht an die Menschen gewöhnen sollen, gibt es nur eine Stunde am Tag, in der man diese Besuchenkann.
Dementsprechend voll war es natürlich… Jedoch war es mega schön mit anzusehen wie die kleinen Elefanten spielten und sich mit der Flasche füttern ließen.
Direkt im Anschluss ging es zum Giraffe Center, welches direkt neben dem berühmten Giraffe Manor Hotel liegt.

Da ging es leider etwas komerzieller zu, man bekam Futter und konnte Giraffen füttern, sowie Fotos mit ihnen machen, ob das wohl artgerecht ist würde ich mal in Frage stellen.
Da wir jeweils 2 Koffer mitnehmen konnten und diese Dank ganz toller Hilfe mit sehr vielen Spenden für die Waisenkinder in Nairobi füllen könnten brachten wir diese nun dahin.
Ziemlich weit außerhalb war das Shelter Childrens home.
Auf einem relativ großen Stück Land waren hier in ziemlich kleinen Baracken ca 90 Kinder untergebracht.

Wir wurden umhergeführt, uns wurden Geschichten von Kids erzählt, wie dem 13 Jährigen Mädchen welches aus einer Kinderehe befreit worden ist, und welches mit 13 bereits einen einjährigen Sohn mitbrachte.
Erschreckende Geschichten, welche hier leider jedoch zur Tagesordnung gehören.
Wir lernten Kids kennen, von klein bis groß.
Konnten Teil 1 unserer Spenden loswerden, über den sie sich sehr gefreut haben. Und haben sehr viele Fragen der Kinder beantwortet. Vor allem die größeren waren sehr an unserem Leben, beruflichen Hintergrund und solchen Sachen interessiert.
Man merkte eindeutig, dass es dem Heim welches auch eine kleine Schule betreibt sehr wichtig ist, das aus den Kindern was wird später und viel Wert auf Bildung gelegt wird.
Das Heim finanziert sich durch Spenden, und durch eigene Farmwirtschaft sowie Viehzucht und wird nicht durch den Staat oder dergleichen unterstützt.
Im zweiten Heim, wurden wir wieder direkt rumgeführt, aber diesmal hatte jeder von uns direkt 3-4 Kinder an der Hand. Die Kinder stritten sich darum wer an die Hand darf und wichen uns nicht mehr von der Seite.

Dieses Heim war etwas größer mit über 130 Kindern, und hier hatte sogar jedes Kind ein eigenes Bett. Was im ersten Heim leider nicht möglich war.

Wir lernten die Heimmutter kennen, welche mit ihrem Mann einem Pfarrer gemeinsam vor 27 Jahren das Heim gegründet hat. Sie betete für uns und bedankte sich ebenfalls sehr herzlich für die Spenden, da auch dieses Heim keinerlei staatliche Unterstützung bekommt uns schauen muss wie es klarkommt sind sie sehr darauf angewiesen.
Die Kids tanzten noch für uns und wir spielten noch etwas mit Ihnen. Bevor es zurück in unser schreckliches Hotel ging, aber das Gefühl das wir hätten noch viel mehr Spenden sammeln und mitnehmen sollten ließ uns nicht los nachdem wir die Armut in den Heimen und teilweise zerrissenen Sachen, sowie kaputten oder garnicht vorhandenen Schuhe gehen hatten.

Israels Südwesten: Totes Meer, Massada, En Gedi und zurück nach Tel Aviv

Am nächsten Tag ging es endlich los in den Süden. Wir freuten uns hier besonders wegen dem Wetter drauf, da es in den ersten Tagen doch öfters recht kalt war.  Im Süden bzw. am Toten Meer erwarteten uns sommerliche 22-25 Grad und man sah die ganze Zeit am Horizont Jordanien.

Blick von Israel nach Jordanien

Angekommen in En Gedi, gingen wir als erstes in den dortigen Nationalpark, welcher verschiedene Wanderrouten bietet, und welchen ich mir total anders vorgestellt hatte. Alle Bilder, welche ich zuvor gesehen hatte, zeigten eher eine grüne Oase. Wir sahen nur Wüste und Felsen. Trotzdem war es wunderschön,  jedoch anders wie erwartet.

Danach sind wir nach En Bokek gefahren, einem Badeort am Toten Meer. Man kann nicht überall ins Wasser, nur an den vorgesehenen Stränden. Man sollte maximal 10 Minuten im Wasser bleiben und sich danach sofort abduschen. Der Salzgehalt im Toten Meer liegt zwischen 28-33%.

Bevor wir zu diesem tollen Erlebnis kamen, stand uns noch ein Aufstieg nach Masada in den frühen Morgenstunden bevor. Masada ist eine ehemalige jüdische Festung, und seit 2001 in der Liste des Weltkulturerbes. Bekannt für atemberaubende Sonnenaufgänge. Unser Plan war ganz früh morgens den Schlangenpfad hochzuwandern, um bei Sonnenaufgang oben zu sein. Da zwei von uns extreme Höhenangst haben, recherchierten wir am Vorabend im Internet nochmal wie der Weg nach oben aussieht.  Uns war klar, dass wir es nicht bis ganz nach oben schaffen werden…wir wollten aber trotzdem mit.Um 5 Uhr fuhren wir los und mussten am Eingang feststellen, dass wir leider nicht die Einzigen waren. Ca. 100 Frühaufsteher warteten bereits am Tor auf Einlass. Also haben wir uns hinten angestellt und sind dann relativ schnell auch losgelaufen. Zwei von uns sind hoch auf den Berg, Sabi und ich sind nach ca. 1/3 der Strecke nicht weitergelaufen aufgrund der Höhe, dem Abgrund, dem Schotter und unserer Höhenangst.Wir suchten uns ein Plätzchen und beobachten den Sonnenaufgang von dort, welcher aber eher unspektakulär war. Leider…Danach wanderten wir langsam nach unten und genossen von dort tolle Ausblicke.



Nachdem die anderen zwei von ganz oben wieder zurückkamen, ging es zurück ins Hostel, um erstmal ausgiebig zu frühstücken.
Und dann kam endlich der Teil mit dem Toten Meer: In En Bokek angekommen, haben wir uns erstmal Schlamm gekauft und uns 4 Liegen gesucht. Ich bin dann relativ schnell das erste mal ins Wasser, was echt ein Erlebnis war. Erstens war es mega kalt, dann hat man halt keinen Sand unter den Füßen, sondern hartes Salz. Und dann gibt es tatsächlich sowas wie eine Gebrauchsanleitung für das Baden im Toten Meer. Man darf nur auf dem Rücken schwimmen, nicht mit dem Kopf unter Wasser, nicht länger als 10 Minuten, das Wasser darf nicht ins Gesicht, nicht geschluckt werden usw.Also ich muss sagen, es war mega…

Ich hätte da stundenlang drin schweben können, man fühlt sich einfach schwerelos, muss sich nicht bewegen sondern kann einfach nur auf der Wasseroberfläche liegen. Ein Traum!Später schmierten wir uns mit unserem gekauften Schlamm ein, was echt eine mega Sauerei gab, aber irgendwie wars lustig.Zum Abwaschen des Schlamms ging es wieder zurück ins Meer, was dann aber auch leider der letzte Besuch des Wassers sein sollte, da man dies ja leider nicht zu lange oder oft darf, da es sonst schädlich für die Gesundheit sein kann.

Am nächsten Tag ging sind wir morgens noch über eine Art Steg komplett aus Salz gelaufen, welcher tatsächlich bis nach Jordanien geht. So weit sind wir jedoch nicht gelaufen 😉


Anschließend ging es zurück nach Tel Aviv, jedoch nur noch zu dritt, da eine von uns in Israel blieb.Angekommen in Tel Aviv, gingen wir zum Strand und hielten unsere Nase noch ein wenig in die Sonne.

Beim Einchecken in unserem gebuchtes Apartment erlebten wir leider wieder eine negative Überraschung. Das Apartment war viel zu klein, überhaupt nicht wie auf den Bildern abgebildet und total schrecklich.Wir bekamen aber nach ewigem Hin und Her dann abends noch ein Upgrade. Witzigerweise bezahlt die Company, die die Wohnungen verwaltet, Geld wenn man sie positiv auf Booking.com bewertet. Daher auch der kleine Gap zwischen den Bewertungen und der Realität.
Und dann endete auch der letzte Tag in Tel Aviv, da am nächsten Tag bereits der Heimflug gehen sollte. Ob dieser geht weiss ich noch nicht…ich sitze aktuell noch im Flieger mit einer Verspätung von  3,5 Stunden… We will see…
Alles in allem kann ich aber sagen, dass Israel einfach toll ist, ich war letztes Mal bereits angefixt und etwas verknallt, jetzt bin ich Hals über Kopf verliebt.Die Freundlichkeit, Lebensfreude, das Essen, die Landschaften, die Kultur, die Geschichte und die ganzen schönen Menschen sind einfach traumhaft…
Ich komme wieder oder bleib halt gleich hier wenn der Flieger eh nicht geht 😉 

Tel Aviv und Jersualem No-2

In Tel Aviv angekommen freuten wir uns auf unser Hostel direkt am Strand. Jedoch nach dem Einchecken, als wir in unser Zimmer gekommen sind, kam das böse Erwachen. Unser Zimmer war nicht nur super klein und eng, sondern die komplette vordere Seite, der Vorhang und Teile meines Bettes waren verschimmelt.Nach einigem Hin und Her durften wir dann für eine Nacht das Zimmer wechseln und das Schimmelzimmer, welches wir liebevoll ‚Loch‘ nannten wurde am nächsten Tag für uns komplett gereinigt und der Schimmel zumindest oberflächlich beseitigt.Ansonsten war das Hostel bereits sehr in die Jahre gekommen, allerdings punktete es durch die mega tolle Dachterasse mit direktem Meerblick.


Am ersten Tag in Tel Aviv schlenderten wir durch die Altstadt, fanden endlich das Florentiner Viertel, welches ich beim letzten Mal nicht gefunden hatte. Das Viertel ist voller Streetart,  wir haben einfach die wundervolle Stadt und dessen Flair genossen. Für den Abend hatten wir in einem Restaurant in der Altstadt einen Tisch reserviert, gingen danach noch kurz zu der Bar in der ich letztes Jahr bereits ins neue Jahr gefeiert hatte, entschieden uns aber spontan doch zurück zum Hostel zu gehen.Dort war auf der Dachterasse relativ viel los und gute Stimmung, kurz vor Mitternacht sind wir allerdings an den Strand und somit quasi im Sand ins Jahr 2019 gestartet… Einen entspannteren Start ins neue Jahr hätte es kaum geben können.

Streetart im Florentiner Viertel


Am nächsten Tag liehen wir uns Räder, radelten die Beachfront hoch zum neuen Hafen und chillten danach noch ein paar Stunden am Strand, bevor wir zurück nach Jerusalem aufbrachen.


Zurück in Jerusalem, stand außer dem Tempelberg und dem Mahane Yehuda Markt nicht mehr so viel auf dem Plan.Über den Markt schlenderten wir gleich morgens und liefen anschließend wieder gemütlich durch die Altstadt Richtung Tempelberg, welcher ja nur zu gewissen Zeiten für ‚Nichtmoslems‘ begehbar ist. Den Eingang hierfür zu finden, gestaltete sich auch etwas schwierig, da uns gefühlt jeder in eine andere Richtung schickte. Falls Du mal in Jerusalem sein solltest- es ist der Holzsteg neben der Klagemauer ;).Danach ging jeder ein bisschen für sich durch die Altstadt, ich lies mich treiben, bummelte durch Gassen, trank leckere frische Fruchtsäfte und genoss einfach den Flair der dort einfach unumstritten wundervoll ist.Zurück in unserem ebenfalls wundervollen Apartment trafen wir uns alle wieder und gingen zum Ausklang des Abends nochmal auf den Mahane Yehuda Markt.

Israels Norden und Jerusalem Part 1

Nachdem ich vergangenes Jahr einen kurzen Eindruck von Israel bekommen durfte, wollte ich mir dieses Jahr das Land nochmal genauer anschauen und entschied mich für einen Roadtrip quer durchs Land…

Also gestartet wurde die Tour erstmal damit das wir eine extrem alte Klapperkiste als Mietwagen bekommen haben, der nicht nur dreckig sondern auch ganze schön technisch mitgenommen war.

Neben dem Klappern überall ist uns tatsächlich dann auf der Autobahnauffahrt der Kofferraum aufgesprungen und mein Koffer lag auf der Straße.

Gott sei dank ist nichts kaputt gegangen, wir haben jedoch erstmal den kompletten Verkehr aufgehalten um unsere Sachen wieder einzusammeln.

Angekommen in unserem wunderschönen Airbnb mit tollem Ausblick in Kiryat Tiv’on im Norden Israels haben wir erstmal versucht bei Europcar versucht den Mietwagen zu tauschen, was wir am nächsten Tag tatsächlich konnten, jedoch nicht im Ort sondern nochmal 80 km nördlich an der Grenze zum Libanon.

Die Fahrt hat sich allerdings gelohnt, und wir sind mit einem komplett neuen Auto zurückgekommen.

Dann konnte die Reise endlich beginnen…

Angefangen am See Genezarth sind wir verschiedene Punkte wie den Berg der Seligspeisung, die Brotvermehrungskirche, den Kapernaum Nationalpark sowie den Ort Tiberias angefahren.

Alles ganz nett, aber auch nichts atemberaubendes.

Der Anblick über den See fand ich persönlich noch am tollsten.

Dann ging es weiter nach Nazareth, da die Stadt sehr hügelig ist, konnten wir tolle Ausblicke über die Stadt von oben erhaschen auf unserem Weg ins die Verkündungsbasilika.

In letzter soll Maria erfahren haben, das Sie ein Kind in sich trägt…

die Verkündungsbasilika war toll, vor allem in der Abenddämmung, ein wunderschönes Gebäude sowohl von innen als auch von außen.

Am nächsten Tag wollten wir Akko und Haifa erkunden, leider machte uns das Wetter ein Strich durch die Rechnung und es regnete so ziemlich den ganzen Tag.

Wir erreichten Akko in strömendem Regen, haben uns davon aber nicht abhalten lassen und haben trotz Regen versucht diese wunderschöne Stadt zu erkunden.

Akko wird als orientalischste Stadt Israels beschrieben, und das war sie auch.

Es gab ganz tolle kleine Gassen,  Plätze und Bazare, welche mich sehr an Marokko erinnerten.

Leider war uns der Regen dann doch irgendwann zu viel, so das wir nicht alles sehen konnten und weiter nach Haifa fuhren.

In Haifa angekommen, hatten wir kurz schönes Wetter und konnten den Baha’i Garten kurz von oben bestaunen, bevor der Regen wieder einsetzte. 

Danach schlenderten wir noch kurz durch die Innenstadt, wo sowas wie ein Weihnachtsmarkt stattfand, und das am 29.12.?!

Tag 3 begann mit einem Routenwechsel, wir entschieden uns dem Wetter zu folgen und anstatt nach Tel Aviv, wie geplant zu fahren, erstmal nach Jerusalem.

Dort angekommen, sind wir klassisch die 4 Viertel in der Altstadt abgelaufen, angefangen im armenischen Viertel, durch das jüdische Viertel, dessen kleinen süßen Gassen mich letztes Mal schon mega fasziniert hat.

Danach sind wir zur Klagemauer und haben unsere am Vorabend geschriebenen Briefe hinlegt.

Anschließend sind wir alle Stationen des Kreuzweges abgelaufen und dabei in den Gassen des Muslimischen und Christlichen Viertel gelandet, in denen ich hätte Stundenlang rumschlendern können.

Aufgrund der fortschreitenden Zeit sind wir dann noch im strömenden Regen auf den Ölberg gefahrenen und dann ab ins Auto nach Tel Aviv wo eine böse Überraschung auf uns wartete…