Lost am Kilimandscharo

Als nächstes stand Amboseli auf dem Plan, nach acht 6 Stunden Fahrt kamen wir ohne Zwischenstopp im Supermarkt bei unserem gebuchten EcoCamp in der Nähe des Amboseli Nationalparks an.

Eigentlich wollten wir uns im Supermarkt nochmal mit Lebensmitteln für die kommenden Tage eindecken, da wir das Essen was es in den Unterkünften gibt nicht mehr sehen können, und es eh meistens nur Reis, Spinat und Fleischbrocken gibt. Diesen Stop hatte John leider vergessen.
Am Camp angekommen, und unsere sehr spärliche Hütte auf einem sehr großen Stück Land bezogen, bemerkte John beim Ausladen das irgendwas mit dem Auto nicht in Ordnung sei da Flüssigkeit ausläuft.
Wir verabreden das er danach schauen lässt und uns gegen 16 Uhr abholt um dann den ersten Game Drive im Amboseli zu machen.
Ich sagte noch er soll sich Zeit lassen mit dem Auto und das ein funktionierendes Auto hier natürlich Prio eins hat.
In den darauffolgenden 2 Stunden erkundeten wir das Haus (länglicher Bau mit diversen Zimmern die alle abgeschlossen waren außer unseres, das Gemeinschaftsbad und eine seltsam verdreckte Küche).

Jedoch hatten wir eine ganz nette Terrasse von der aus wir den Kilimandscharo und ein ganzes Stück dieses EcoCamp überblicken konnten.

Es muht und mäht in jeder Ecke da hier rundherum Massai Dörfer sind, und die Kinds versuchen auch die ganze Zeit am Zaun Süßigkeiten zu erbetteln, leider haben wir ja aber selbst nicht mal was zu essen.
Gegen 16 Uhr, wir hatten in der Zwischenzeit unsere letzten Vorräte an Chips und Nüssen aufgefuttert, kommt anstatt John erstmal stundenlanger Dauerregen und Gewitter. Es schüttet so arg das das Land um uns herum irgendwann überflutet ist und wir sowieso nirgends mehr hätten hinkönnen… Gegen 18 Uhr wird uns schmerzlich bewusst, dass wenn er nicht wiederkommt oder das Auto einfach nicht zu reparieren ist, da natürlich auch Wochenende ist, wir hier einfach nicht mehr wegkommen.
Die nächste Bushaltestelle liegt laut Maps.me ca 3 Stunden entfernt. Genaues können wir jedoch nicht in Erfahrung bringen, da es natürlich kein Internet gab.
Gegen 19 Uhr wurde der Regen langsam weniger und wir beschlossen ins Restaurant zu gehen, bleibt uns ja außer hungern fast nichts übrig, durch den Schlamm waten wir ca 10 Minuten mit der Stirnlampe bewaffnet Richtung Haupthaus ins Restaurant.
Wo uns Kartoffelbrei und Linsen erwarten, da wir weil das Fleisch uns wirklich anekelt behauptet haben, wir sind Vegetarier.
Tatsächlich gab es neben uns noch eine Familie die auch hier, aber am anderen Ende des Geländes zu Besuch war, und dem Sohn ging es wohl ähnlich wie uns, er schrie die ganze Zeit wild Gerichte wie „Pizza, Pasta, Burger und Pommes“ bekam aber auch nur Kartoffelbrei und Linsen.
Nach dem Essen wateten wir zurück in unsere Hütte und sitzen noch etwas draußen und bestaunen den Sternenhimmel inklusive Milchstraße, als gegen 21 Uhr plötzlich aus dem Gebüsch hinter dem Zaun des Grundstücks plötzlich jemand verzweifelt meinen Namen ruft.
John war zurück, fand aber den Eingang zum Gelände nicht.
Er erzählte uns als er den Zaun überwunden hatte, das er mit dem Motorradtaxi da ist, weil der Landrover am Arsch ist.
Er hat den ganzen Tag versucht jemand zu finden der ihn reparier kann, da Wochenende ist wird dies aber schwierig. Ein Ersatzfahrzeug ist von Nairobi auf dem Weg her, er weiß aber nicht genau wann dies ankommt.
Als er uns grade noch erklärt wie es jetzt die kommenden Tage weitergeht, kommt plötzlich aus dem Gebüsch ein Massei komplett in weiß gekleidet (keine Ahnung was das zu bedeuten hat, da die ja normal sehr bunt angezogen sind) stellt sich 2 Meter von uns weg und starrt uns an.
Irgendwie gespenstisch, wir versuchen ihn erst zu ignorieren, irgendwann sagt John was zu ihm, er dreht sich um und geht weg…
John verschwand auch relativ schnell und wir gingen ins Haus, nachdem ich gerade dabei war Türen und Fenster zu schließen sah ich plötzlich hinter einem Stuhl eine Riesen Vogelspinne. Entsetzt blieb ich stehen und zeige diese Maren, wir schauten uns an und überlegten grade fieberhaft was wir jetzt tun sollten.
Mit der Vogelspinne im Haus schlafen war keine Option, die Vogelspinne selbstständig irgendwie töten oder rausbegleiten auch nicht.
Nochmal vor zum Restaurant und den Koch bitten, vielleicht?
Während wir noch überlegten kam, mal wieder aus dem Gebüsch ein Massei und spazierte bei uns zum Haus hinein, normalerweise hätte mir das Angst gemacht, aber in dem Moment war ich so froh diesen Menschen zu sehen.
Wir begrüßten ihn auch direkt mit ‚Can you please help us?‘.
Er erledigte das Tier mit einem Stock, und erklärte uns danach das er auch bei uns im Haus wohnt.
Dann gingen wir total erschlagen, von dem Tag, an dem wir eigentlich nichtsgemacht haben außer zu warten, zu fahren oder zu hungern endlich schlafen.
Am Schlaf war leider hier in der Wildnis mit den ganzen Viechern ehr weniger zu denken.
Ich hab die ganze Nacht Spinnen auf mir gefühlt…
Am nächsten Morgen sind wir etwas müde, mit dem Ersatzauto (einem alten klapprigen Bus) in den Amboseli gefahren und haben wunderschöne Landschaften und die üblichen Tiere gesehen.
Neben dem tollen Panorama mit dem Kilimandscharo im Hintergrund, waren Mega schöne Seen mit Flamingos und toller abwechslungsreicher Landschaft zu bestaunen.

Kenia (Lake Naivasha und Nakuru)

Wir verließen Nairobi am frühen Morgen und starteten durch das Rift Valley (dieses geht übrigens von Israel bis Kenia)zum Lake Naivasha, hier machten wir eine Bootstour auf dem See, was ganz nett war, wir sahen Hippos, jede Menge unterschiedlicher Vögel, Giraffen am Wasserrand und Fischer die gefühlt mitten im See standen.

Von dort aus ging es weiter nach Nakuru.

In Nakuru angekommen, hatten wir direkt Troubles mit dem Hotel, das Zimmer welches gebucht war gab es so nicht oder war überbucht, es hat uns fast 2 Stunden Diskussionen gekostet bis wir endlich ein halbwegs vernünftiges Zimmer hatten.
Welches zwar weder WLAN, noch die gebuchte Gartensicht hatten, aber irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr mir Zimmer anzuschauen und zu diskutieren.
Abends waren wir mit John zum Abendessen in Nakuru verabredet, da dies die letzte Stadt für die nächsten Tage sein sollte in der wir uns aufhalten würden.
Er holte uns ab, wir warteten bereits mit knurrendem Magen, und führte uns quer durch die Stadt in eine Art Club, mit schummrigen Licht und einem etwas seltsamen Ambiete.
Anstatt Essen gab es Wein der wiederlich schmeckte.
Irgendwann hat er dann doch was zu Essen bestellt für uns alle, uns jedoch ich mal gefragt was wir wollen, dann sollte es auch nur noch eine Stunde dauern bis dies kam.
War ja auch erst 21 Uhr 😉
Es kam Maisbrei, Spinat, Pommes und ungenießbares Schafsfleisch in Stücke geschnitten am Knochen.
Das entspricht auch so ungefähr dem was man hier täglich bekommt, Spinat, Maisbrei und Fleisch am Knochen.
Ich glaub Spinat kann ich in Deutschland erstmal nicht mehr anrühren.
Während wir da saßen stellte er uns diversen Leuten vor und ließ sich bewundern dafür, dass er mit 2 Frauen da sass.
Wir diskutierten über Tradition und Gleichberechtigung.
Darüber, dass es in Kenia immer noch Gang und gebe ist das ein Mann mehrere Frauen hat.
Versuchten Aufklärung zu betreiben das es wenig Sinn macht sich eine 2. Frau zu suchen nur weil die erste keine Jungs bekommt, sondern nur Mädchen, da dies nicht an der Frau liegt.
Haben versucht ihm klarzumachen das wir es nicht nachvollziehen können, das hier eine Frau auch in der gehobenen Mittelschicht noch gegen Kühe eingetauscht wird wie ein Gegenstand.
Und haben irgendwann aufgegeben und uns über die Gleichberechtigung in Deutschland gefreut.
Am nächsten Tag ging es zum Lake Nakuru Nationalpark.
Wir fuhren so ziemlich den ganzen Tag durch den Park und sahen jede Menge Tiere wie Zebras, Hippos, Nashörner, Impalas, Wasserböcke, Giraffen, Flamingos und jede Menge andere Vögel die ich nicht mehr benennen kann.

Es war mega schön!

Auf einem Hügel direkt am See hatten wir einen spektakulären Aussichtspunkt und unser Picknick zur Mittagszeit fand einfach auf einer Wiese statt. John vergewisserte sich nur kurz ob Büffel oder Löwen in unmittelbarer Nähe waren und dann hockten wir da, der perfekte Snack für einen hungrigen Löwen zum Mittag. Dementsprechend angespannt war ich auch die ganze Zeit.

Als John vorschlug hier auf der Decke noch einen kleinen Mittagsschlaf zumachen war ich raus…
Es gibt in den Nationalparks in Kenia, keinerlei eingezäunte Rastplätze oder gar Toiletten.
Einfach in der Wildnis sitzen und in den Busch pinkeln wurde auch für uns nach einiger Zeit normal.
Nach atemberaubenden Tier Begegnungen aus sicherer Entfernung aus dem Auto, kehrten wir abends erschöpft und mit etwas Magen Problemen zurück ins Hotel.

Kenia Part 1 (Nairobi)

Nachdem ich nach Südafrika etwas Afrika angefixt bin, ging es diesmal nach Kenia.
Die Vorbereitungen/Reiseplanungen hier waren etwas aufwendiger, da mir mehrfach davon abgeraten worden ist, dies auf eigene Faust zu machen.
Dank einiger aufwendigeren Recherche stand aber irgendwann Route und Reiseverlauf.
In Nairobi angekommen, holte uns unser Fahrer/Guide John ab, welchen wir für die kommenden 10 Tage gebucht hatten.
Er brachte uns ins Hotel, welches das erste Schlechte von so einigen sein sollte.
Ein runtergekommenes Hinterhofhotel, die Moskitonetze waren bereits dunkelgrau und aufgrund des hohen Staubanteils im Zimmer bekam man kaum Luft.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit John los durch Nairobi, erstmal durch die Stadt, er zeigte uns diverse Gebäude, Straßen, Parks usw die ich mir alle nicht merken konnte.

Dann fuhren wir zum Slum, da ich noch die Südafrikaerfahrung im Kopf hatte, bin ich natürlich davon ausgegangen das wir da jetzt durchlaufen.

Aber wir blieben in sicherer Entfernung stehen und John erzählt uns von Schiesserein, Kriminalität, kein Strom, kein fließend Wasser und jeder Menge Krankheiten…

Danach ging es weiter zum Sheldrick Wildlife Trust dort werden verweiset Babyelefanten aufgenommen und mit der Flasche aufgezogen. Wenn sie groß genug sind werden sie wieder ausgewildert.

Da die Elefanten sich nicht an die Menschen gewöhnen sollen, gibt es nur eine Stunde am Tag, in der man diese Besuchenkann.
Dementsprechend voll war es natürlich… Jedoch war es mega schön mit anzusehen wie die kleinen Elefanten spielten und sich mit der Flasche füttern ließen.
Direkt im Anschluss ging es zum Giraffe Center, welches direkt neben dem berühmten Giraffe Manor Hotel liegt.

Da ging es leider etwas komerzieller zu, man bekam Futter und konnte Giraffen füttern, sowie Fotos mit ihnen machen, ob das wohl artgerecht ist würde ich mal in Frage stellen.
Da wir jeweils 2 Koffer mitnehmen konnten und diese Dank ganz toller Hilfe mit sehr vielen Spenden für die Waisenkinder in Nairobi füllen könnten brachten wir diese nun dahin.
Ziemlich weit außerhalb war das Shelter Childrens home.
Auf einem relativ großen Stück Land waren hier in ziemlich kleinen Baracken ca 90 Kinder untergebracht.

Wir wurden umhergeführt, uns wurden Geschichten von Kids erzählt, wie dem 13 Jährigen Mädchen welches aus einer Kinderehe befreit worden ist, und welches mit 13 bereits einen einjährigen Sohn mitbrachte.
Erschreckende Geschichten, welche hier leider jedoch zur Tagesordnung gehören.
Wir lernten Kids kennen, von klein bis groß.
Konnten Teil 1 unserer Spenden loswerden, über den sie sich sehr gefreut haben. Und haben sehr viele Fragen der Kinder beantwortet. Vor allem die größeren waren sehr an unserem Leben, beruflichen Hintergrund und solchen Sachen interessiert.
Man merkte eindeutig, dass es dem Heim welches auch eine kleine Schule betreibt sehr wichtig ist, das aus den Kindern was wird später und viel Wert auf Bildung gelegt wird.
Das Heim finanziert sich durch Spenden, und durch eigene Farmwirtschaft sowie Viehzucht und wird nicht durch den Staat oder dergleichen unterstützt.
Im zweiten Heim, wurden wir wieder direkt rumgeführt, aber diesmal hatte jeder von uns direkt 3-4 Kinder an der Hand. Die Kinder stritten sich darum wer an die Hand darf und wichen uns nicht mehr von der Seite.

Dieses Heim war etwas größer mit über 130 Kindern, und hier hatte sogar jedes Kind ein eigenes Bett. Was im ersten Heim leider nicht möglich war.

Wir lernten die Heimmutter kennen, welche mit ihrem Mann einem Pfarrer gemeinsam vor 27 Jahren das Heim gegründet hat. Sie betete für uns und bedankte sich ebenfalls sehr herzlich für die Spenden, da auch dieses Heim keinerlei staatliche Unterstützung bekommt uns schauen muss wie es klarkommt sind sie sehr darauf angewiesen.
Die Kids tanzten noch für uns und wir spielten noch etwas mit Ihnen. Bevor es zurück in unser schreckliches Hotel ging, aber das Gefühl das wir hätten noch viel mehr Spenden sammeln und mitnehmen sollten ließ uns nicht los nachdem wir die Armut in den Heimen und teilweise zerrissenen Sachen, sowie kaputten oder garnicht vorhandenen Schuhe gehen hatten.

Kapstadt, Township die 2., Robben Island und der Signal Hill

Normalerweise bin ich ja kein Fan von geführten Touren und kompakt Touri Angeboten, jedoch haben wir aufgrund Zeitmangel und Faulheit ein genau solches in Kapstadt gebucht.

Wie erwartet war es anders wie gebucht, aber fangen wir mal von vorne an.

Wir wurden morgens pünktlich mit einem Kleinbus abgeholt und führen als erstes ins District Six Museum.

Distric Six war ein Bezirk in Kapstadt, welcher vorwiegend von freigelassenen Sklaven, Händlern, Künstlern, Arbeitern und Immigraten bewohnt worden ist.

Der Bereich wurde in den 60’ger Jahren gewaltsam geräumt und abgerissen um Wohnraum für ‚Weiße‘ zu schaffen.

Danach ging es in ein Township, am Anfang in ein dortiges Kulturcenter, in dem uns in verschiedenen Werkstädten Kunst und die Herstellung von Kunst gezeigt worden ist.

Danach ging es richtig rein ins Township, welches nicht zur vergleichen war mit dem Township in Knysna.

Es war viel dreckiger, ärmer und echt erschreckender.

Wir waren in einem Haus, in dem sich 20 Leute ein ca 20qm Zimmer teilen…

Wir wurden natürlich auch wie immer nonstop angebettelt, und haben unsere letzten Lebensmittel verteilt.

In Kapstadt gibt es Townships da geht nicht mal die Polizei freiwillig rein, also waren wir wieder in einem ‚relativ‘ sicherem, jedoch auch hier war irgendwie eine Anspannung zu spüren, in das Township wäre ich auf keine Fall alleine gegangen.

Nach dem Township ging es zum Hafen und auf die Fähre nach Robben Island.

Robben Island ist eine Insel vor Kapstadt, welche viele Jahre als Gefängnisinsel genutzt worden ist, auf der Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte eine vier qm Zelle bewohnte.

Die Überfahrt an sich war schon toll, die Sicht auf Kapstadt vom Meer aus war Mega.

Auf Robben Island angekommen würden wir auf Busse verteilt und über die Insel gefahren, der spannendste Teil war dann als wir den Gefängnistrakt von einem ehemaligen Häftling gezeigt bekamen.

Er erzählte uns viel über das Leben im Gefängnis, über Hungerstreiks um Betten zu bekommen, über die Angst das das Essen vergiftet sein könnte bis hin zu wie heimlich Nachrichten zwischen den unterschiedlichen Trakten getauscht worden sind.

Es war alles sehr interessant und ein wichtiges Stück der südafrikanischen Geschichte.

Erschreckend fand ich jedoch den Gedanken, dass die Gefängnisinsassen mehr (Wohn)-Komfort hatten wie manche Bewohner der Townships dies heute noch haben…

Man merkte unserem Reiseführer wie seine Gedanken während er erzählte immer wieder in die Vergangenheit abdriftetet und man sah ihm an, wie das Leben ihn gezeichnet hatte…

Abends sind wir noch auf den Signal Hill gefahren und haben wunderschöne Ausblicke genießen dürfen auf Kapstadt und Umgebung.

Am nächsten und letzten Tag haben wir klassisch Touri kram gemacht, sind mit den Hop on off Bussen gefühlt 3 mal durch Kapstadt und Umgebung gefahren und haben uns nochmal einen ganz guten Eindruck der City verschafft…

Man hätte in den Tagen sicherlich auch noch viel mehr machen können, angefangen von Abends mal essen gehen oder allgemein weniger im Hotel rumhängenden, aber das gilt eigentlich für die komplette Reise 😉

Abschließend kann ich sagen, das Südafrika ein wunderbares Land, mit einer traurigen Geschichte, wunderschönen Landschaften, tollen Tieren und einer Gastfreundschaft ist welche ich selbst erlebt habe!

Ich komme sicher irgendwann wieder…

Oudtshoorn, Hermanus, Stellenbosch und der Start in Kapstadt

Nach dem beeindruckenden Tag im Township kann eigentlich nicht mehr viel kommen, dachte ich. Wir sind dann nach Outsdoorn gefahren über den Swartenberg Pass (tolle Aussichten!) eine Stadt die bekannt ist für Ihre Straußenfarmen. Geplant war auch kurzzeitig sich ich eine solche anzuschauen, jedoch wurde uns vor Ort recht schnell klar das dies Tierquälerei ist und wir sind wieder gefahren.

Die Tiere waren ziemlich heruntergekommen und total zerrupft, teilweise hatten sie keine Flügel mehr. Und sahen eben nicht nach glücklichen Tieren aus.

Wirklich viel mit Umgebung erkunden war dann nicht, da leider Brände die Umgebung beherrschten und wir komplett eingenebelt waren.

So haben wir denn Rest vom Tag leider im Hotel verbringen müssen.

Am nächsten morgen sind wir ganz früh los nach Kapstadt, unterwegs wollten wir noch Hermanus was für seine Wale bekannt ist und Stellenbosch welches ein Weinanbaugebiete ist anschauen bzw. besuchen.

Auch wenn wir nur kurz in Hermanus waren war ich beeindruckt, die Stadt wirkt sehr gemütlich auf den ersten Blick, wunderschön war die Strandpromenade und die Klippen von denen man Wale beobachten konnte, waren sogar welche da!

Danach sind wir nach Stellenbosch gefahren, die Region um Stellenbosch ist bekannt für den Weinanbau, und wir waren auf der Suche nach klassischen,romantischen Weingütern mit langen Auffahrten und tollen Häusern, war aber nicht.

Wir haben das Weingut Lanzerac besucht und hier auch probiert und gekauft, und sicherlich war dies ein wunderschönes Weingut, aber irgendwie nicht das Postkartenmotiv wie wir es uns erhofft hatten.

Dann sind wir endlich nach Kapstadt aufgebrochen und haben unsere Tage in Kapstadt am blouberg Strand begonnen, was soll ich sagen? Ein wunderschöner kilometerlanger fast weißer Sandstrand, Türkises Wasser um als Panorama der Tafelberg, Hammer!

Danach sind wir noch kurz zur Waterfront und dann in unser Appartment.

Von diesem waren wir etwas enttäuscht, es war nicht schlecht aber irgendwie nicht das was wir erwarte haben, lediglich der Ausblick war Mega 🙂

Für den nächsten Tag war morgens eigentlich der Tafelberg geplant, da dieser aber Mega im Nebel stand sind wir erstmal Richtung Kap gefahren.

Unterwegs haben wir natürlich am Boulders Beach an gehalten um die Pinguine zu bestaunen, erschrocken wahren wir hier er über den hohen Eintrittspreis von über 10 Euro, dafür das wir uns frei lebende Pinguine anschauen!?!

Ok die Pinguine waren süß und es hat mega Spaß gemacht sie zu beobachten, trotzdem etwas viel Eintritt.

Danach sind wir weiter zum Kap der guten Hoffnung gefahren, auch hier wieder mal Eintritt der unverhältnismäßig war, aber man ist ja nur einmal dort…

Das Kap an sich ist ein Nationalpark in dem man auch hätte sicherlich ganz toll wandern gehen können, hierfür uns aber leider die Zeit.

Wir haben das Kap und ein paar Aussichtspunkte besucht, war ganz toll landschaftlich aber hat mich jetzt auch nicht um gehauen.

Ich denke die vielen anderen Touristen haben hier er die Atmosphäre kaputt gemacht, wobei wir noch Glück hatten, als wir wieder zurück nach Kapstadt gefahren sind sind uns unzählige Busse entgegen gekommen… Also falls ihr mal zum Kap fahren wollt‘ macht dies ganz früh!

Dann stand endlich der Tafelberg auf dem Plan, wir hatten Glück es war nichts los.

Da ich jedoch eine Memme bin bin ich trotz gekauftem Ticket nicht in die Gondel eingestiegen…

Es war mir einfach zu hoch und zu steil…

Nach dem Tafelberg sind wir zum Camps Bay Beach gefahren wo ich ein bisschen spazieren gegangen bin und einen der schönsten stadwtstrände den ich je gesehen habe bestaunen konnte…

Wie es in Kapstadt weiterging gibts im nächsten Beitrag 🙂

Knysna und warum das Township der tollste Ort der Welt war…

Angekommen in Port Elisabeth, war eigentlich geplant das wir gemütlich nach Knysna fahren und unterwegs diverse Stops machen, war dann aber nicht…

Unsere Lodge in Knysna war der Hammer, ein Riesen Wohnzimmer mit Küche, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder… Alles aus Holz und wunderschön eingerichtet.

Wir waren zwar nur in 2. Reihe aber das Meer bzw. die Lagune von Knyna war trotzdem sichtbar.

Nur 2 Minuten zum Laufen entfernt gab es einen wunderschönen Aussichtspunkt.

Am ersten Tag in Knysna sind wir auf den Spitskop gefahren, ein Berg mit einem grundsätzlich wunderschönen Ausblick, leider war alles abgebrannt. Seit dem letzten Jahr wird Knysna leider regelmäßig von Feuern heimgesucht was super schade ist da es wunderschön ist.

Danach sind wir in ein Tier Resort Gefahren einem grundsätzlich vertretbaren Resort in dem verletze Tiere aufgepäppelt und wieder ausgebildet werden.

Jedoch werden auch Tiere dort gehalten um Touristen Eintritt abverlangen zu können um ersteres finanzieren zu können.

Ich bin zwiegespalten wie ich das finden soll.

Dort haben wir auch endlich einen männlichen Löwen gesehen, dann auch noch einen weißen, was äußerst selten ist.

Weiterhin Leoparden als auch andere Raubkatzen.

Danach haben wir uns im üblichen Speedtourismusverfahren noch kurz Plettenbergbay angeschaut, nettes Örtchen mit schönem Strand.

Am nächsten Tag, kommt mein bisheriges Highlight der Reise der Township Tag mit Peggys Tour.

Da es mit Soweto ja leider nicht geklappt hat wollten wir uns wenigstens das Township von Knysna anschauen. Wir hatten eine Tour gebucht welche ethisch vertretbar wirkte und wurden vom Hotel abgeholt, mit einem Minibus ging es los. Unsere Townshipführerin Konga erzählte uns direkt das es nicht gefährlich ist und die Leute im Township sich sogar freuen wenn „weiße“ sich für Sie interessieren, da die Apartheit zwar vorbei wäre aber es immer noch viel Rassentrennung gibt. Somit sind die Townshipbewohner happy wenn man keine Berührungsängste hat.

Sie führte uns durchs Township, zeigte uns Häuser in dem auf minikleinem Raum so viele Menschen wohnten das man es sich kaum vorstellen kann.

Wie z.B. In diesem Zimmer schlafen 11 Personen!

Konga lebt selbst dort und kannte gefühlt jeden der uns begegnete, alle waren super freundlich, posierten für Fotos und strahlten uns durchweg dauerhaft an.

Nachdem wir uns in einem lokalen Minisupermarkt mit Keksen und Obst eingedeckt hatten gingen wir in den lokalen Kindergarten.

Dort wurden wir mit einem Lied begrüßt und haben dann mit den Kids spielen können und ich habe glaube ich noch nie so viel gelacht.

Die Kinder hingen an uns wie fliegen, teilweise haben sich 8 Kinder gleichzeitig auf mich gestürzt.

Haben sich an mich gekuschelt, meine Haut berühren wollen, meine Haare geflochten und sind mit meinem Rucksack spazieren gegangen.

Die Kinder haben sich an mich gekuschelt als ob sie mich ewig kennen würden, das Gefühl was so viel Zuneigung ausgelöst hat war unbeschreiblich!

Natürlich haben wir dann auch noch unser gekauftes Essen verteilt, danach mochten sie uns noch mehr 😉

Irgendwann war es leider Zeit den Kindergarten wieder zu verlassen, wir fuhren weiter und hielten unter anderem bei einem lokalen Friseur, welche dort wie alle anderen Läden auch in einem Container sind.

Wir haben eine Frau besucht welche jede Woche für 190 Kinder Mittagessen kocht und haben noch diverse andere Stopps gemacht.

Als wir auf dem Rückweg waren, fuhren wir an einem Waisenhaus vorbei.

Ich bat Konga kurz zu halten, wir gingen kurz rein und ich machte mit der Direktorin einen Termin für später am Tag aus wo wir wiederkommen durften und das Haus besichtigen sowie mit den Kindern spielen.

Als die Tour vorbei war, haben wir kurz unser Auto geholt und sind direkt wieder ins Township. Mega gespannt wie es ist ohne Konga, mit welcher wir jedoch für den Abend wieder verabredet waren, sein wird im Township.

Wir fuhren im Township von Shop zu Shop und kauften alles an Obst, Gemüse und Brot was wir bekommen konnten.

Wir wurden so ziemlich vor jedem Shop angebettelt und verteilten relativ schnell wieder alles was wir gekauft hatten.

Ein Mann fragte mich ob ich ihm 20 Rand geben würde, da ich kein Freund davon bin Geld zu geben habe ich ihm angeboten ihm zu kaufen was er braucht, er hat sich eine Packung Brot, eine Milch und einen Kohl ausgesucht. Ich habe noch nie so viel Dankbarkeit gesehen wie in dem Moment.

Zwischendurch sind wir an etwas vorbeigefahren was wie ein Club aussah wo laute Musik rauskam, hier waren wir morgens schonmal vorbeigekommen, und waren natürlich neugierig.

Also ganz mutig einfach mal da rein gelaufen… Wir wurden natürlich erstmal angeschaut wie Aliens, aber nach einigen Momenten hatten wir plötzlich zig Leute um uns rum die alle mit uns reden wollten, jeder begrüßte uns, wollte uns einen Platz anbieten, mit uns tanzen, mit uns was trinken, uns irgendwas zeigen… Es war krass.

Ich muss jedoch dazusagen das hier mitten am Tag auch schon einige sehr betrunken waren, eine Frau die an uns hing wie eine Klette wirkte ziemlich stoned und damit ziemlich unheimlich.

Nach ca 20 Minuten haben wir den Club dann wieder verlassen, das war doch etwas viel Aufmerksamkeit für uns und widmeten uns wieder unserer Einkaufstour.

Irgendwann haben wir es geschafft den Kofferraum doch mal voll zu bekommen und sind damit zum Waisenhaus gefahren.

Wir hätten natürlich auch alles einfach in einem der großen Supermärkte in der Stadt kaufen können, uns war es aber wichtig das wir die Wirtschaft im Township unterstützen.

Im Waisenhaus haben wir alles abgegeben und durften dann auch hier mit den Kindern spielen, in dem Haus leben aktuell 42 Kinder zwischen 0-18 Jahren.

Wir durften hier leider keine Bilder machen, jedoch war es ähnlich wie morgens im Kindergarten, die Kids klebten an uns.

Es waren so tolle Wesen, welche uns sofort ins Herz geschlossen haben und ich sie…

Diese Momente mit den Kindern waren einfach unbeschreiblich schön.

Trotzdem mussten wir irgendwann gehen da Abendessenszeit war für die Kinder.

Konga die wir zwischenzeitlich wieder eingesammelt hatten hat uns dann zu sich nach Hause eingeladen.

Dort haben wir einen Teil ihrer Familie kennengelernt, ihre Kinder haben uns dann direkt noch ihr musikalisches Talent zeigt und die Tochter uns zwei wunderschöne Lieder aus der Kirche (Kongas Mann ist Pfarrer) gesungen welche der Sohn auf dem Keyboard begleitet hat, und er hat uns noch was auf der E-Gitarre vorgespielt.

Ein toller Ausklang des Tages im Township.

Zusammenfassend muss ich sagen, ich habe noch nie so viel Armut und Lebensfreude auf einmal gesehen. Die Menschen dort genießen einfach was sie haben und haben uns durchweg mit offenen Armen aufgenommen unabhängig davon ob sie was von uns bekommen haben oder nicht.

Der Tag im Township wird bei mir noch lange nachwirken und ich habe hier auch für mich einiges mitgenommen… Man muss nicht viel haben um glücklich zu sein, und vor allem muss man nicht viel haben um Anderen mit einem Lächeln zu begegnen….

St. Lucia oder auch wo Nachts die Nilpferde die Stadt unsicher machen

Von Swaziland ging es weiter nach St. Lucia, ist quasi ein einziger Wetlandpark und dafür berühmt das es jede Menge Flusspferde und Krokodile gibt.

Angekommen in unserer Lodge welche wieder mal toll war haben wir beschlossen die Stadt kurz zu Fuß zu erkunden, nach Tagen fast nur im Auto, tat das mal ganz gut.

Wir wollten zum Strand laufen und haben den etwas längeren Weg gestartet der etwas außenrum über einen bordwalk gegangen wäre, überall waren Warnschilder vor den Hippos und auch die Lady im Hotel hatte uns bereits gewarnt das wir auf keinen Fall nach Sonnenuntergang durch die Stadt laufen sollten weil da überall Hippos wären… Moment! Hippos in der Stadt? Ja gibt’s da… Dazu gleich mehr…

Leider konnten wir den Weg zum Strand nicht fortsetzen da ein freundlicher Polizist und warte das dort gerade jemand mit dem Messer bedroht worden ist, und sie denjenigen grade noch suchen würden. Das war das einzige Mal in Südafrika wo wir mit Kriminalität in Berührung kamen! In dem ach soooo gefährlichen Südafrika 😉

Am nächsten Tag fuhren wir durch den Ismangaliso Wetlank Park Zum Cape Vidal, ein wunderschöner Strand mit tollem Ausblick erwartete uns hier, zurück über verschiedene Aussichtspunkte und jede menge Tiere die auch hier zu sehen waren.

Zurück in St. Lucia haben wir eine Bootstour durch die Wetlands gemacht wo wir nochmal Hippos aus nächster Nähe bestaunen konnten.

Abends im Hotel lies uns das m ist den Hippos welche durch die Stadt laufen aber irgendwie nicht los, also sind wir ins Auto gehüpft und haben das kleine Örtchen gefühlt 25 mal abgefahren, mit Stirnlampe und Fernlicht bewaffnet sind wir unsere Kreise gedreht und haben auch die von der Dame an der Rezeption eingezeichneten Straßen wo sich die Hippos am liebsten aufhalten da 15 mal passiert. Leider ohne Erfolg… Keine Hippos in the City an dem Abend. Vielleicht auch ganz gut so, da dies sehr aggressive Tiere sind und laut Aussage des Rangers auf dem Boot, das Tier welches die meisten Menschen auf dem Gewissen hat in Südafrika…

Dafür hatten wir morgens beim Frühstück, Affen auf dem Balkon.

Hat man auch nicht jeden Tag 🤷‍♀️

Am nächsten Tag sind wir nach Durban gefahren, Durban wird auch klein Indien genannt und soll eine der gefährlichsten Städte in SA sein.

Die Innenstadt haben wir nur kurz  mit dem Auto passiert, aber wirklich unwohl habe ich mich auch hier nie gefühlt.

Direkt bei uns am Hostel war ein wunderschöner Strand welchen ich noch etwas abgelaufen bin, auch hier null Gefahr. Ich wurde zwar recht oft angesprochen. Aber immer sehr freundlich, nie aufdringlich oder komisch.

Am nächsten morgen sollten wir dann eigentlich weiterfliegen nach Port Elisabeth, aber wie heißt es so schön: erstens klommt es anders, und zweitens wie man denkt…

Am Flughafen angekommen stand unser Flug nicht auf der Abflugtafel, am Informationsstand wuste der gute Mann auch nichts davon das um 9.50 Uhr Uhr ein Flug nach Port Elisabeth gehen soll.

Also wir zum Southaafrican Airlines Schalter, wo uns dann mitgeteilt worden ist das der Flug bereits vor Monaten gestrichen worden ist.

Schlecht das uns keiner darüber in Kenntnis gesetzt hat?!

Wir wurden dann nach einiger Wartezeit umgebucht auf einen Flieger zurück nach Johannesburg, wo wir dann weiterfliegen konnten nach Port Elisabeth.