Lost am Kilimandscharo

Als nächstes stand Amboseli auf dem Plan, nach acht 6 Stunden Fahrt kamen wir ohne Zwischenstopp im Supermarkt bei unserem gebuchten EcoCamp in der Nähe des Amboseli Nationalparks an.

Eigentlich wollten wir uns im Supermarkt nochmal mit Lebensmitteln für die kommenden Tage eindecken, da wir das Essen was es in den Unterkünften gibt nicht mehr sehen können, und es eh meistens nur Reis, Spinat und Fleischbrocken gibt. Diesen Stop hatte John leider vergessen.
Am Camp angekommen, und unsere sehr spärliche Hütte auf einem sehr großen Stück Land bezogen, bemerkte John beim Ausladen das irgendwas mit dem Auto nicht in Ordnung sei da Flüssigkeit ausläuft.
Wir verabreden das er danach schauen lässt und uns gegen 16 Uhr abholt um dann den ersten Game Drive im Amboseli zu machen.
Ich sagte noch er soll sich Zeit lassen mit dem Auto und das ein funktionierendes Auto hier natürlich Prio eins hat.
In den darauffolgenden 2 Stunden erkundeten wir das Haus (länglicher Bau mit diversen Zimmern die alle abgeschlossen waren außer unseres, das Gemeinschaftsbad und eine seltsam verdreckte Küche).

Jedoch hatten wir eine ganz nette Terrasse von der aus wir den Kilimandscharo und ein ganzes Stück dieses EcoCamp überblicken konnten.

Es muht und mäht in jeder Ecke da hier rundherum Massai Dörfer sind, und die Kinds versuchen auch die ganze Zeit am Zaun Süßigkeiten zu erbetteln, leider haben wir ja aber selbst nicht mal was zu essen.
Gegen 16 Uhr, wir hatten in der Zwischenzeit unsere letzten Vorräte an Chips und Nüssen aufgefuttert, kommt anstatt John erstmal stundenlanger Dauerregen und Gewitter. Es schüttet so arg das das Land um uns herum irgendwann überflutet ist und wir sowieso nirgends mehr hätten hinkönnen… Gegen 18 Uhr wird uns schmerzlich bewusst, dass wenn er nicht wiederkommt oder das Auto einfach nicht zu reparieren ist, da natürlich auch Wochenende ist, wir hier einfach nicht mehr wegkommen.
Die nächste Bushaltestelle liegt laut Maps.me ca 3 Stunden entfernt. Genaues können wir jedoch nicht in Erfahrung bringen, da es natürlich kein Internet gab.
Gegen 19 Uhr wurde der Regen langsam weniger und wir beschlossen ins Restaurant zu gehen, bleibt uns ja außer hungern fast nichts übrig, durch den Schlamm waten wir ca 10 Minuten mit der Stirnlampe bewaffnet Richtung Haupthaus ins Restaurant.
Wo uns Kartoffelbrei und Linsen erwarten, da wir weil das Fleisch uns wirklich anekelt behauptet haben, wir sind Vegetarier.
Tatsächlich gab es neben uns noch eine Familie die auch hier, aber am anderen Ende des Geländes zu Besuch war, und dem Sohn ging es wohl ähnlich wie uns, er schrie die ganze Zeit wild Gerichte wie „Pizza, Pasta, Burger und Pommes“ bekam aber auch nur Kartoffelbrei und Linsen.
Nach dem Essen wateten wir zurück in unsere Hütte und sitzen noch etwas draußen und bestaunen den Sternenhimmel inklusive Milchstraße, als gegen 21 Uhr plötzlich aus dem Gebüsch hinter dem Zaun des Grundstücks plötzlich jemand verzweifelt meinen Namen ruft.
John war zurück, fand aber den Eingang zum Gelände nicht.
Er erzählte uns als er den Zaun überwunden hatte, das er mit dem Motorradtaxi da ist, weil der Landrover am Arsch ist.
Er hat den ganzen Tag versucht jemand zu finden der ihn reparier kann, da Wochenende ist wird dies aber schwierig. Ein Ersatzfahrzeug ist von Nairobi auf dem Weg her, er weiß aber nicht genau wann dies ankommt.
Als er uns grade noch erklärt wie es jetzt die kommenden Tage weitergeht, kommt plötzlich aus dem Gebüsch ein Massei komplett in weiß gekleidet (keine Ahnung was das zu bedeuten hat, da die ja normal sehr bunt angezogen sind) stellt sich 2 Meter von uns weg und starrt uns an.
Irgendwie gespenstisch, wir versuchen ihn erst zu ignorieren, irgendwann sagt John was zu ihm, er dreht sich um und geht weg…
John verschwand auch relativ schnell und wir gingen ins Haus, nachdem ich gerade dabei war Türen und Fenster zu schließen sah ich plötzlich hinter einem Stuhl eine Riesen Vogelspinne. Entsetzt blieb ich stehen und zeige diese Maren, wir schauten uns an und überlegten grade fieberhaft was wir jetzt tun sollten.
Mit der Vogelspinne im Haus schlafen war keine Option, die Vogelspinne selbstständig irgendwie töten oder rausbegleiten auch nicht.
Nochmal vor zum Restaurant und den Koch bitten, vielleicht?
Während wir noch überlegten kam, mal wieder aus dem Gebüsch ein Massei und spazierte bei uns zum Haus hinein, normalerweise hätte mir das Angst gemacht, aber in dem Moment war ich so froh diesen Menschen zu sehen.
Wir begrüßten ihn auch direkt mit ‚Can you please help us?‘.
Er erledigte das Tier mit einem Stock, und erklärte uns danach das er auch bei uns im Haus wohnt.
Dann gingen wir total erschlagen, von dem Tag, an dem wir eigentlich nichtsgemacht haben außer zu warten, zu fahren oder zu hungern endlich schlafen.
Am Schlaf war leider hier in der Wildnis mit den ganzen Viechern ehr weniger zu denken.
Ich hab die ganze Nacht Spinnen auf mir gefühlt…
Am nächsten Morgen sind wir etwas müde, mit dem Ersatzauto (einem alten klapprigen Bus) in den Amboseli gefahren und haben wunderschöne Landschaften und die üblichen Tiere gesehen.
Neben dem tollen Panorama mit dem Kilimandscharo im Hintergrund, waren Mega schöne Seen mit Flamingos und toller abwechslungsreicher Landschaft zu bestaunen.

Kenia (Lake Naivasha und Nakuru)

Wir verließen Nairobi am frühen Morgen und starteten durch das Rift Valley (dieses geht übrigens von Israel bis Kenia)zum Lake Naivasha, hier machten wir eine Bootstour auf dem See, was ganz nett war, wir sahen Hippos, jede Menge unterschiedlicher Vögel, Giraffen am Wasserrand und Fischer die gefühlt mitten im See standen.

Von dort aus ging es weiter nach Nakuru.

In Nakuru angekommen, hatten wir direkt Troubles mit dem Hotel, das Zimmer welches gebucht war gab es so nicht oder war überbucht, es hat uns fast 2 Stunden Diskussionen gekostet bis wir endlich ein halbwegs vernünftiges Zimmer hatten.
Welches zwar weder WLAN, noch die gebuchte Gartensicht hatten, aber irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr mir Zimmer anzuschauen und zu diskutieren.
Abends waren wir mit John zum Abendessen in Nakuru verabredet, da dies die letzte Stadt für die nächsten Tage sein sollte in der wir uns aufhalten würden.
Er holte uns ab, wir warteten bereits mit knurrendem Magen, und führte uns quer durch die Stadt in eine Art Club, mit schummrigen Licht und einem etwas seltsamen Ambiete.
Anstatt Essen gab es Wein der wiederlich schmeckte.
Irgendwann hat er dann doch was zu Essen bestellt für uns alle, uns jedoch ich mal gefragt was wir wollen, dann sollte es auch nur noch eine Stunde dauern bis dies kam.
War ja auch erst 21 Uhr 😉
Es kam Maisbrei, Spinat, Pommes und ungenießbares Schafsfleisch in Stücke geschnitten am Knochen.
Das entspricht auch so ungefähr dem was man hier täglich bekommt, Spinat, Maisbrei und Fleisch am Knochen.
Ich glaub Spinat kann ich in Deutschland erstmal nicht mehr anrühren.
Während wir da saßen stellte er uns diversen Leuten vor und ließ sich bewundern dafür, dass er mit 2 Frauen da sass.
Wir diskutierten über Tradition und Gleichberechtigung.
Darüber, dass es in Kenia immer noch Gang und gebe ist das ein Mann mehrere Frauen hat.
Versuchten Aufklärung zu betreiben das es wenig Sinn macht sich eine 2. Frau zu suchen nur weil die erste keine Jungs bekommt, sondern nur Mädchen, da dies nicht an der Frau liegt.
Haben versucht ihm klarzumachen das wir es nicht nachvollziehen können, das hier eine Frau auch in der gehobenen Mittelschicht noch gegen Kühe eingetauscht wird wie ein Gegenstand.
Und haben irgendwann aufgegeben und uns über die Gleichberechtigung in Deutschland gefreut.
Am nächsten Tag ging es zum Lake Nakuru Nationalpark.
Wir fuhren so ziemlich den ganzen Tag durch den Park und sahen jede Menge Tiere wie Zebras, Hippos, Nashörner, Impalas, Wasserböcke, Giraffen, Flamingos und jede Menge andere Vögel die ich nicht mehr benennen kann.

Es war mega schön!

Auf einem Hügel direkt am See hatten wir einen spektakulären Aussichtspunkt und unser Picknick zur Mittagszeit fand einfach auf einer Wiese statt. John vergewisserte sich nur kurz ob Büffel oder Löwen in unmittelbarer Nähe waren und dann hockten wir da, der perfekte Snack für einen hungrigen Löwen zum Mittag. Dementsprechend angespannt war ich auch die ganze Zeit.

Als John vorschlug hier auf der Decke noch einen kleinen Mittagsschlaf zumachen war ich raus…
Es gibt in den Nationalparks in Kenia, keinerlei eingezäunte Rastplätze oder gar Toiletten.
Einfach in der Wildnis sitzen und in den Busch pinkeln wurde auch für uns nach einiger Zeit normal.
Nach atemberaubenden Tier Begegnungen aus sicherer Entfernung aus dem Auto, kehrten wir abends erschöpft und mit etwas Magen Problemen zurück ins Hotel.

Kenia Part 1 (Nairobi)

Nachdem ich nach Südafrika etwas Afrika angefixt bin, ging es diesmal nach Kenia.
Die Vorbereitungen/Reiseplanungen hier waren etwas aufwendiger, da mir mehrfach davon abgeraten worden ist, dies auf eigene Faust zu machen.
Dank einiger aufwendigeren Recherche stand aber irgendwann Route und Reiseverlauf.
In Nairobi angekommen, holte uns unser Fahrer/Guide John ab, welchen wir für die kommenden 10 Tage gebucht hatten.
Er brachte uns ins Hotel, welches das erste Schlechte von so einigen sein sollte.
Ein runtergekommenes Hinterhofhotel, die Moskitonetze waren bereits dunkelgrau und aufgrund des hohen Staubanteils im Zimmer bekam man kaum Luft.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit John los durch Nairobi, erstmal durch die Stadt, er zeigte uns diverse Gebäude, Straßen, Parks usw die ich mir alle nicht merken konnte.

Dann fuhren wir zum Slum, da ich noch die Südafrikaerfahrung im Kopf hatte, bin ich natürlich davon ausgegangen das wir da jetzt durchlaufen.

Aber wir blieben in sicherer Entfernung stehen und John erzählt uns von Schiesserein, Kriminalität, kein Strom, kein fließend Wasser und jeder Menge Krankheiten…

Danach ging es weiter zum Sheldrick Wildlife Trust dort werden verweiset Babyelefanten aufgenommen und mit der Flasche aufgezogen. Wenn sie groß genug sind werden sie wieder ausgewildert.

Da die Elefanten sich nicht an die Menschen gewöhnen sollen, gibt es nur eine Stunde am Tag, in der man diese Besuchenkann.
Dementsprechend voll war es natürlich… Jedoch war es mega schön mit anzusehen wie die kleinen Elefanten spielten und sich mit der Flasche füttern ließen.
Direkt im Anschluss ging es zum Giraffe Center, welches direkt neben dem berühmten Giraffe Manor Hotel liegt.

Da ging es leider etwas komerzieller zu, man bekam Futter und konnte Giraffen füttern, sowie Fotos mit ihnen machen, ob das wohl artgerecht ist würde ich mal in Frage stellen.
Da wir jeweils 2 Koffer mitnehmen konnten und diese Dank ganz toller Hilfe mit sehr vielen Spenden für die Waisenkinder in Nairobi füllen könnten brachten wir diese nun dahin.
Ziemlich weit außerhalb war das Shelter Childrens home.
Auf einem relativ großen Stück Land waren hier in ziemlich kleinen Baracken ca 90 Kinder untergebracht.

Wir wurden umhergeführt, uns wurden Geschichten von Kids erzählt, wie dem 13 Jährigen Mädchen welches aus einer Kinderehe befreit worden ist, und welches mit 13 bereits einen einjährigen Sohn mitbrachte.
Erschreckende Geschichten, welche hier leider jedoch zur Tagesordnung gehören.
Wir lernten Kids kennen, von klein bis groß.
Konnten Teil 1 unserer Spenden loswerden, über den sie sich sehr gefreut haben. Und haben sehr viele Fragen der Kinder beantwortet. Vor allem die größeren waren sehr an unserem Leben, beruflichen Hintergrund und solchen Sachen interessiert.
Man merkte eindeutig, dass es dem Heim welches auch eine kleine Schule betreibt sehr wichtig ist, das aus den Kindern was wird später und viel Wert auf Bildung gelegt wird.
Das Heim finanziert sich durch Spenden, und durch eigene Farmwirtschaft sowie Viehzucht und wird nicht durch den Staat oder dergleichen unterstützt.
Im zweiten Heim, wurden wir wieder direkt rumgeführt, aber diesmal hatte jeder von uns direkt 3-4 Kinder an der Hand. Die Kinder stritten sich darum wer an die Hand darf und wichen uns nicht mehr von der Seite.

Dieses Heim war etwas größer mit über 130 Kindern, und hier hatte sogar jedes Kind ein eigenes Bett. Was im ersten Heim leider nicht möglich war.

Wir lernten die Heimmutter kennen, welche mit ihrem Mann einem Pfarrer gemeinsam vor 27 Jahren das Heim gegründet hat. Sie betete für uns und bedankte sich ebenfalls sehr herzlich für die Spenden, da auch dieses Heim keinerlei staatliche Unterstützung bekommt uns schauen muss wie es klarkommt sind sie sehr darauf angewiesen.
Die Kids tanzten noch für uns und wir spielten noch etwas mit Ihnen. Bevor es zurück in unser schreckliches Hotel ging, aber das Gefühl das wir hätten noch viel mehr Spenden sammeln und mitnehmen sollten ließ uns nicht los nachdem wir die Armut in den Heimen und teilweise zerrissenen Sachen, sowie kaputten oder garnicht vorhandenen Schuhe gehen hatten.