Israels Südwesten: Totes Meer, Massada, En Gedi und zurück nach Tel Aviv

Am nächsten Tag ging es endlich los in den Süden. Wir freuten uns hier besonders wegen dem Wetter drauf, da es in den ersten Tagen doch öfters recht kalt war.  Im Süden bzw. am Toten Meer erwarteten uns sommerliche 22-25 Grad und man sah die ganze Zeit am Horizont Jordanien.

Blick von Israel nach Jordanien

Angekommen in En Gedi, gingen wir als erstes in den dortigen Nationalpark, welcher verschiedene Wanderrouten bietet, und welchen ich mir total anders vorgestellt hatte. Alle Bilder, welche ich zuvor gesehen hatte, zeigten eher eine grüne Oase. Wir sahen nur Wüste und Felsen. Trotzdem war es wunderschön,  jedoch anders wie erwartet.

Danach sind wir nach En Bokek gefahren, einem Badeort am Toten Meer. Man kann nicht überall ins Wasser, nur an den vorgesehenen Stränden. Man sollte maximal 10 Minuten im Wasser bleiben und sich danach sofort abduschen. Der Salzgehalt im Toten Meer liegt zwischen 28-33%.

Bevor wir zu diesem tollen Erlebnis kamen, stand uns noch ein Aufstieg nach Masada in den frühen Morgenstunden bevor. Masada ist eine ehemalige jüdische Festung, und seit 2001 in der Liste des Weltkulturerbes. Bekannt für atemberaubende Sonnenaufgänge. Unser Plan war ganz früh morgens den Schlangenpfad hochzuwandern, um bei Sonnenaufgang oben zu sein. Da zwei von uns extreme Höhenangst haben, recherchierten wir am Vorabend im Internet nochmal wie der Weg nach oben aussieht.  Uns war klar, dass wir es nicht bis ganz nach oben schaffen werden…wir wollten aber trotzdem mit.Um 5 Uhr fuhren wir los und mussten am Eingang feststellen, dass wir leider nicht die Einzigen waren. Ca. 100 Frühaufsteher warteten bereits am Tor auf Einlass. Also haben wir uns hinten angestellt und sind dann relativ schnell auch losgelaufen. Zwei von uns sind hoch auf den Berg, Sabi und ich sind nach ca. 1/3 der Strecke nicht weitergelaufen aufgrund der Höhe, dem Abgrund, dem Schotter und unserer Höhenangst.Wir suchten uns ein Plätzchen und beobachten den Sonnenaufgang von dort, welcher aber eher unspektakulär war. Leider…Danach wanderten wir langsam nach unten und genossen von dort tolle Ausblicke.



Nachdem die anderen zwei von ganz oben wieder zurückkamen, ging es zurück ins Hostel, um erstmal ausgiebig zu frühstücken.
Und dann kam endlich der Teil mit dem Toten Meer: In En Bokek angekommen, haben wir uns erstmal Schlamm gekauft und uns 4 Liegen gesucht. Ich bin dann relativ schnell das erste mal ins Wasser, was echt ein Erlebnis war. Erstens war es mega kalt, dann hat man halt keinen Sand unter den Füßen, sondern hartes Salz. Und dann gibt es tatsächlich sowas wie eine Gebrauchsanleitung für das Baden im Toten Meer. Man darf nur auf dem Rücken schwimmen, nicht mit dem Kopf unter Wasser, nicht länger als 10 Minuten, das Wasser darf nicht ins Gesicht, nicht geschluckt werden usw.Also ich muss sagen, es war mega…

Ich hätte da stundenlang drin schweben können, man fühlt sich einfach schwerelos, muss sich nicht bewegen sondern kann einfach nur auf der Wasseroberfläche liegen. Ein Traum!Später schmierten wir uns mit unserem gekauften Schlamm ein, was echt eine mega Sauerei gab, aber irgendwie wars lustig.Zum Abwaschen des Schlamms ging es wieder zurück ins Meer, was dann aber auch leider der letzte Besuch des Wassers sein sollte, da man dies ja leider nicht zu lange oder oft darf, da es sonst schädlich für die Gesundheit sein kann.

Am nächsten Tag ging sind wir morgens noch über eine Art Steg komplett aus Salz gelaufen, welcher tatsächlich bis nach Jordanien geht. So weit sind wir jedoch nicht gelaufen 😉


Anschließend ging es zurück nach Tel Aviv, jedoch nur noch zu dritt, da eine von uns in Israel blieb.Angekommen in Tel Aviv, gingen wir zum Strand und hielten unsere Nase noch ein wenig in die Sonne.

Beim Einchecken in unserem gebuchtes Apartment erlebten wir leider wieder eine negative Überraschung. Das Apartment war viel zu klein, überhaupt nicht wie auf den Bildern abgebildet und total schrecklich.Wir bekamen aber nach ewigem Hin und Her dann abends noch ein Upgrade. Witzigerweise bezahlt die Company, die die Wohnungen verwaltet, Geld wenn man sie positiv auf Booking.com bewertet. Daher auch der kleine Gap zwischen den Bewertungen und der Realität.
Und dann endete auch der letzte Tag in Tel Aviv, da am nächsten Tag bereits der Heimflug gehen sollte. Ob dieser geht weiss ich noch nicht…ich sitze aktuell noch im Flieger mit einer Verspätung von  3,5 Stunden… We will see…
Alles in allem kann ich aber sagen, dass Israel einfach toll ist, ich war letztes Mal bereits angefixt und etwas verknallt, jetzt bin ich Hals über Kopf verliebt.Die Freundlichkeit, Lebensfreude, das Essen, die Landschaften, die Kultur, die Geschichte und die ganzen schönen Menschen sind einfach traumhaft…
Ich komme wieder oder bleib halt gleich hier wenn der Flieger eh nicht geht 😉 

Tel Aviv und Jersualem No-2

In Tel Aviv angekommen freuten wir uns auf unser Hostel direkt am Strand. Jedoch nach dem Einchecken, als wir in unser Zimmer gekommen sind, kam das böse Erwachen. Unser Zimmer war nicht nur super klein und eng, sondern die komplette vordere Seite, der Vorhang und Teile meines Bettes waren verschimmelt.Nach einigem Hin und Her durften wir dann für eine Nacht das Zimmer wechseln und das Schimmelzimmer, welches wir liebevoll ‚Loch‘ nannten wurde am nächsten Tag für uns komplett gereinigt und der Schimmel zumindest oberflächlich beseitigt.Ansonsten war das Hostel bereits sehr in die Jahre gekommen, allerdings punktete es durch die mega tolle Dachterasse mit direktem Meerblick.


Am ersten Tag in Tel Aviv schlenderten wir durch die Altstadt, fanden endlich das Florentiner Viertel, welches ich beim letzten Mal nicht gefunden hatte. Das Viertel ist voller Streetart,  wir haben einfach die wundervolle Stadt und dessen Flair genossen. Für den Abend hatten wir in einem Restaurant in der Altstadt einen Tisch reserviert, gingen danach noch kurz zu der Bar in der ich letztes Jahr bereits ins neue Jahr gefeiert hatte, entschieden uns aber spontan doch zurück zum Hostel zu gehen.Dort war auf der Dachterasse relativ viel los und gute Stimmung, kurz vor Mitternacht sind wir allerdings an den Strand und somit quasi im Sand ins Jahr 2019 gestartet… Einen entspannteren Start ins neue Jahr hätte es kaum geben können.

Streetart im Florentiner Viertel


Am nächsten Tag liehen wir uns Räder, radelten die Beachfront hoch zum neuen Hafen und chillten danach noch ein paar Stunden am Strand, bevor wir zurück nach Jerusalem aufbrachen.


Zurück in Jerusalem, stand außer dem Tempelberg und dem Mahane Yehuda Markt nicht mehr so viel auf dem Plan.Über den Markt schlenderten wir gleich morgens und liefen anschließend wieder gemütlich durch die Altstadt Richtung Tempelberg, welcher ja nur zu gewissen Zeiten für ‚Nichtmoslems‘ begehbar ist. Den Eingang hierfür zu finden, gestaltete sich auch etwas schwierig, da uns gefühlt jeder in eine andere Richtung schickte. Falls Du mal in Jerusalem sein solltest- es ist der Holzsteg neben der Klagemauer ;).Danach ging jeder ein bisschen für sich durch die Altstadt, ich lies mich treiben, bummelte durch Gassen, trank leckere frische Fruchtsäfte und genoss einfach den Flair der dort einfach unumstritten wundervoll ist.Zurück in unserem ebenfalls wundervollen Apartment trafen wir uns alle wieder und gingen zum Ausklang des Abends nochmal auf den Mahane Yehuda Markt.

Kapstadt, Township die 2., Robben Island und der Signal Hill

Normalerweise bin ich ja kein Fan von geführten Touren und kompakt Touri Angeboten, jedoch haben wir aufgrund Zeitmangel und Faulheit ein genau solches in Kapstadt gebucht.

Wie erwartet war es anders wie gebucht, aber fangen wir mal von vorne an.

Wir wurden morgens pünktlich mit einem Kleinbus abgeholt und führen als erstes ins District Six Museum.

Distric Six war ein Bezirk in Kapstadt, welcher vorwiegend von freigelassenen Sklaven, Händlern, Künstlern, Arbeitern und Immigraten bewohnt worden ist.

Der Bereich wurde in den 60’ger Jahren gewaltsam geräumt und abgerissen um Wohnraum für ‚Weiße‘ zu schaffen.

Danach ging es in ein Township, am Anfang in ein dortiges Kulturcenter, in dem uns in verschiedenen Werkstädten Kunst und die Herstellung von Kunst gezeigt worden ist.

Danach ging es richtig rein ins Township, welches nicht zur vergleichen war mit dem Township in Knysna.

Es war viel dreckiger, ärmer und echt erschreckender.

Wir waren in einem Haus, in dem sich 20 Leute ein ca 20qm Zimmer teilen…

Wir wurden natürlich auch wie immer nonstop angebettelt, und haben unsere letzten Lebensmittel verteilt.

In Kapstadt gibt es Townships da geht nicht mal die Polizei freiwillig rein, also waren wir wieder in einem ‚relativ‘ sicherem, jedoch auch hier war irgendwie eine Anspannung zu spüren, in das Township wäre ich auf keine Fall alleine gegangen.

Nach dem Township ging es zum Hafen und auf die Fähre nach Robben Island.

Robben Island ist eine Insel vor Kapstadt, welche viele Jahre als Gefängnisinsel genutzt worden ist, auf der Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte eine vier qm Zelle bewohnte.

Die Überfahrt an sich war schon toll, die Sicht auf Kapstadt vom Meer aus war Mega.

Auf Robben Island angekommen würden wir auf Busse verteilt und über die Insel gefahren, der spannendste Teil war dann als wir den Gefängnistrakt von einem ehemaligen Häftling gezeigt bekamen.

Er erzählte uns viel über das Leben im Gefängnis, über Hungerstreiks um Betten zu bekommen, über die Angst das das Essen vergiftet sein könnte bis hin zu wie heimlich Nachrichten zwischen den unterschiedlichen Trakten getauscht worden sind.

Es war alles sehr interessant und ein wichtiges Stück der südafrikanischen Geschichte.

Erschreckend fand ich jedoch den Gedanken, dass die Gefängnisinsassen mehr (Wohn)-Komfort hatten wie manche Bewohner der Townships dies heute noch haben…

Man merkte unserem Reiseführer wie seine Gedanken während er erzählte immer wieder in die Vergangenheit abdriftetet und man sah ihm an, wie das Leben ihn gezeichnet hatte…

Abends sind wir noch auf den Signal Hill gefahren und haben wunderschöne Ausblicke genießen dürfen auf Kapstadt und Umgebung.

Am nächsten und letzten Tag haben wir klassisch Touri kram gemacht, sind mit den Hop on off Bussen gefühlt 3 mal durch Kapstadt und Umgebung gefahren und haben uns nochmal einen ganz guten Eindruck der City verschafft…

Man hätte in den Tagen sicherlich auch noch viel mehr machen können, angefangen von Abends mal essen gehen oder allgemein weniger im Hotel rumhängenden, aber das gilt eigentlich für die komplette Reise 😉

Abschließend kann ich sagen, das Südafrika ein wunderbares Land, mit einer traurigen Geschichte, wunderschönen Landschaften, tollen Tieren und einer Gastfreundschaft ist welche ich selbst erlebt habe!

Ich komme sicher irgendwann wieder…

Oudtshoorn, Hermanus, Stellenbosch und der Start in Kapstadt

Nach dem beeindruckenden Tag im Township kann eigentlich nicht mehr viel kommen, dachte ich. Wir sind dann nach Outsdoorn gefahren über den Swartenberg Pass (tolle Aussichten!) eine Stadt die bekannt ist für Ihre Straußenfarmen. Geplant war auch kurzzeitig sich ich eine solche anzuschauen, jedoch wurde uns vor Ort recht schnell klar das dies Tierquälerei ist und wir sind wieder gefahren.

Die Tiere waren ziemlich heruntergekommen und total zerrupft, teilweise hatten sie keine Flügel mehr. Und sahen eben nicht nach glücklichen Tieren aus.

Wirklich viel mit Umgebung erkunden war dann nicht, da leider Brände die Umgebung beherrschten und wir komplett eingenebelt waren.

So haben wir denn Rest vom Tag leider im Hotel verbringen müssen.

Am nächsten morgen sind wir ganz früh los nach Kapstadt, unterwegs wollten wir noch Hermanus was für seine Wale bekannt ist und Stellenbosch welches ein Weinanbaugebiete ist anschauen bzw. besuchen.

Auch wenn wir nur kurz in Hermanus waren war ich beeindruckt, die Stadt wirkt sehr gemütlich auf den ersten Blick, wunderschön war die Strandpromenade und die Klippen von denen man Wale beobachten konnte, waren sogar welche da!

Danach sind wir nach Stellenbosch gefahren, die Region um Stellenbosch ist bekannt für den Weinanbau, und wir waren auf der Suche nach klassischen,romantischen Weingütern mit langen Auffahrten und tollen Häusern, war aber nicht.

Wir haben das Weingut Lanzerac besucht und hier auch probiert und gekauft, und sicherlich war dies ein wunderschönes Weingut, aber irgendwie nicht das Postkartenmotiv wie wir es uns erhofft hatten.

Dann sind wir endlich nach Kapstadt aufgebrochen und haben unsere Tage in Kapstadt am blouberg Strand begonnen, was soll ich sagen? Ein wunderschöner kilometerlanger fast weißer Sandstrand, Türkises Wasser um als Panorama der Tafelberg, Hammer!

Danach sind wir noch kurz zur Waterfront und dann in unser Appartment.

Von diesem waren wir etwas enttäuscht, es war nicht schlecht aber irgendwie nicht das was wir erwarte haben, lediglich der Ausblick war Mega 🙂

Für den nächsten Tag war morgens eigentlich der Tafelberg geplant, da dieser aber Mega im Nebel stand sind wir erstmal Richtung Kap gefahren.

Unterwegs haben wir natürlich am Boulders Beach an gehalten um die Pinguine zu bestaunen, erschrocken wahren wir hier er über den hohen Eintrittspreis von über 10 Euro, dafür das wir uns frei lebende Pinguine anschauen!?!

Ok die Pinguine waren süß und es hat mega Spaß gemacht sie zu beobachten, trotzdem etwas viel Eintritt.

Danach sind wir weiter zum Kap der guten Hoffnung gefahren, auch hier wieder mal Eintritt der unverhältnismäßig war, aber man ist ja nur einmal dort…

Das Kap an sich ist ein Nationalpark in dem man auch hätte sicherlich ganz toll wandern gehen können, hierfür uns aber leider die Zeit.

Wir haben das Kap und ein paar Aussichtspunkte besucht, war ganz toll landschaftlich aber hat mich jetzt auch nicht um gehauen.

Ich denke die vielen anderen Touristen haben hier er die Atmosphäre kaputt gemacht, wobei wir noch Glück hatten, als wir wieder zurück nach Kapstadt gefahren sind sind uns unzählige Busse entgegen gekommen… Also falls ihr mal zum Kap fahren wollt‘ macht dies ganz früh!

Dann stand endlich der Tafelberg auf dem Plan, wir hatten Glück es war nichts los.

Da ich jedoch eine Memme bin bin ich trotz gekauftem Ticket nicht in die Gondel eingestiegen…

Es war mir einfach zu hoch und zu steil…

Nach dem Tafelberg sind wir zum Camps Bay Beach gefahren wo ich ein bisschen spazieren gegangen bin und einen der schönsten stadwtstrände den ich je gesehen habe bestaunen konnte…

Wie es in Kapstadt weiterging gibts im nächsten Beitrag 🙂

Knysna und warum das Township der tollste Ort der Welt war…

Angekommen in Port Elisabeth, war eigentlich geplant das wir gemütlich nach Knysna fahren und unterwegs diverse Stops machen, war dann aber nicht…

Unsere Lodge in Knysna war der Hammer, ein Riesen Wohnzimmer mit Küche, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder… Alles aus Holz und wunderschön eingerichtet.

Wir waren zwar nur in 2. Reihe aber das Meer bzw. die Lagune von Knyna war trotzdem sichtbar.

Nur 2 Minuten zum Laufen entfernt gab es einen wunderschönen Aussichtspunkt.

Am ersten Tag in Knysna sind wir auf den Spitskop gefahren, ein Berg mit einem grundsätzlich wunderschönen Ausblick, leider war alles abgebrannt. Seit dem letzten Jahr wird Knysna leider regelmäßig von Feuern heimgesucht was super schade ist da es wunderschön ist.

Danach sind wir in ein Tier Resort Gefahren einem grundsätzlich vertretbaren Resort in dem verletze Tiere aufgepäppelt und wieder ausgebildet werden.

Jedoch werden auch Tiere dort gehalten um Touristen Eintritt abverlangen zu können um ersteres finanzieren zu können.

Ich bin zwiegespalten wie ich das finden soll.

Dort haben wir auch endlich einen männlichen Löwen gesehen, dann auch noch einen weißen, was äußerst selten ist.

Weiterhin Leoparden als auch andere Raubkatzen.

Danach haben wir uns im üblichen Speedtourismusverfahren noch kurz Plettenbergbay angeschaut, nettes Örtchen mit schönem Strand.

Am nächsten Tag, kommt mein bisheriges Highlight der Reise der Township Tag mit Peggys Tour.

Da es mit Soweto ja leider nicht geklappt hat wollten wir uns wenigstens das Township von Knysna anschauen. Wir hatten eine Tour gebucht welche ethisch vertretbar wirkte und wurden vom Hotel abgeholt, mit einem Minibus ging es los. Unsere Townshipführerin Konga erzählte uns direkt das es nicht gefährlich ist und die Leute im Township sich sogar freuen wenn „weiße“ sich für Sie interessieren, da die Apartheit zwar vorbei wäre aber es immer noch viel Rassentrennung gibt. Somit sind die Townshipbewohner happy wenn man keine Berührungsängste hat.

Sie führte uns durchs Township, zeigte uns Häuser in dem auf minikleinem Raum so viele Menschen wohnten das man es sich kaum vorstellen kann.

Wie z.B. In diesem Zimmer schlafen 11 Personen!

Konga lebt selbst dort und kannte gefühlt jeden der uns begegnete, alle waren super freundlich, posierten für Fotos und strahlten uns durchweg dauerhaft an.

Nachdem wir uns in einem lokalen Minisupermarkt mit Keksen und Obst eingedeckt hatten gingen wir in den lokalen Kindergarten.

Dort wurden wir mit einem Lied begrüßt und haben dann mit den Kids spielen können und ich habe glaube ich noch nie so viel gelacht.

Die Kinder hingen an uns wie fliegen, teilweise haben sich 8 Kinder gleichzeitig auf mich gestürzt.

Haben sich an mich gekuschelt, meine Haut berühren wollen, meine Haare geflochten und sind mit meinem Rucksack spazieren gegangen.

Die Kinder haben sich an mich gekuschelt als ob sie mich ewig kennen würden, das Gefühl was so viel Zuneigung ausgelöst hat war unbeschreiblich!

Natürlich haben wir dann auch noch unser gekauftes Essen verteilt, danach mochten sie uns noch mehr 😉

Irgendwann war es leider Zeit den Kindergarten wieder zu verlassen, wir fuhren weiter und hielten unter anderem bei einem lokalen Friseur, welche dort wie alle anderen Läden auch in einem Container sind.

Wir haben eine Frau besucht welche jede Woche für 190 Kinder Mittagessen kocht und haben noch diverse andere Stopps gemacht.

Als wir auf dem Rückweg waren, fuhren wir an einem Waisenhaus vorbei.

Ich bat Konga kurz zu halten, wir gingen kurz rein und ich machte mit der Direktorin einen Termin für später am Tag aus wo wir wiederkommen durften und das Haus besichtigen sowie mit den Kindern spielen.

Als die Tour vorbei war, haben wir kurz unser Auto geholt und sind direkt wieder ins Township. Mega gespannt wie es ist ohne Konga, mit welcher wir jedoch für den Abend wieder verabredet waren, sein wird im Township.

Wir fuhren im Township von Shop zu Shop und kauften alles an Obst, Gemüse und Brot was wir bekommen konnten.

Wir wurden so ziemlich vor jedem Shop angebettelt und verteilten relativ schnell wieder alles was wir gekauft hatten.

Ein Mann fragte mich ob ich ihm 20 Rand geben würde, da ich kein Freund davon bin Geld zu geben habe ich ihm angeboten ihm zu kaufen was er braucht, er hat sich eine Packung Brot, eine Milch und einen Kohl ausgesucht. Ich habe noch nie so viel Dankbarkeit gesehen wie in dem Moment.

Zwischendurch sind wir an etwas vorbeigefahren was wie ein Club aussah wo laute Musik rauskam, hier waren wir morgens schonmal vorbeigekommen, und waren natürlich neugierig.

Also ganz mutig einfach mal da rein gelaufen… Wir wurden natürlich erstmal angeschaut wie Aliens, aber nach einigen Momenten hatten wir plötzlich zig Leute um uns rum die alle mit uns reden wollten, jeder begrüßte uns, wollte uns einen Platz anbieten, mit uns tanzen, mit uns was trinken, uns irgendwas zeigen… Es war krass.

Ich muss jedoch dazusagen das hier mitten am Tag auch schon einige sehr betrunken waren, eine Frau die an uns hing wie eine Klette wirkte ziemlich stoned und damit ziemlich unheimlich.

Nach ca 20 Minuten haben wir den Club dann wieder verlassen, das war doch etwas viel Aufmerksamkeit für uns und widmeten uns wieder unserer Einkaufstour.

Irgendwann haben wir es geschafft den Kofferraum doch mal voll zu bekommen und sind damit zum Waisenhaus gefahren.

Wir hätten natürlich auch alles einfach in einem der großen Supermärkte in der Stadt kaufen können, uns war es aber wichtig das wir die Wirtschaft im Township unterstützen.

Im Waisenhaus haben wir alles abgegeben und durften dann auch hier mit den Kindern spielen, in dem Haus leben aktuell 42 Kinder zwischen 0-18 Jahren.

Wir durften hier leider keine Bilder machen, jedoch war es ähnlich wie morgens im Kindergarten, die Kids klebten an uns.

Es waren so tolle Wesen, welche uns sofort ins Herz geschlossen haben und ich sie…

Diese Momente mit den Kindern waren einfach unbeschreiblich schön.

Trotzdem mussten wir irgendwann gehen da Abendessenszeit war für die Kinder.

Konga die wir zwischenzeitlich wieder eingesammelt hatten hat uns dann zu sich nach Hause eingeladen.

Dort haben wir einen Teil ihrer Familie kennengelernt, ihre Kinder haben uns dann direkt noch ihr musikalisches Talent zeigt und die Tochter uns zwei wunderschöne Lieder aus der Kirche (Kongas Mann ist Pfarrer) gesungen welche der Sohn auf dem Keyboard begleitet hat, und er hat uns noch was auf der E-Gitarre vorgespielt.

Ein toller Ausklang des Tages im Township.

Zusammenfassend muss ich sagen, ich habe noch nie so viel Armut und Lebensfreude auf einmal gesehen. Die Menschen dort genießen einfach was sie haben und haben uns durchweg mit offenen Armen aufgenommen unabhängig davon ob sie was von uns bekommen haben oder nicht.

Der Tag im Township wird bei mir noch lange nachwirken und ich habe hier auch für mich einiges mitgenommen… Man muss nicht viel haben um glücklich zu sein, und vor allem muss man nicht viel haben um Anderen mit einem Lächeln zu begegnen….

St. Lucia oder auch wo Nachts die Nilpferde die Stadt unsicher machen

Von Swaziland ging es weiter nach St. Lucia, ist quasi ein einziger Wetlandpark und dafür berühmt das es jede Menge Flusspferde und Krokodile gibt.

Angekommen in unserer Lodge welche wieder mal toll war haben wir beschlossen die Stadt kurz zu Fuß zu erkunden, nach Tagen fast nur im Auto, tat das mal ganz gut.

Wir wollten zum Strand laufen und haben den etwas längeren Weg gestartet der etwas außenrum über einen bordwalk gegangen wäre, überall waren Warnschilder vor den Hippos und auch die Lady im Hotel hatte uns bereits gewarnt das wir auf keinen Fall nach Sonnenuntergang durch die Stadt laufen sollten weil da überall Hippos wären… Moment! Hippos in der Stadt? Ja gibt’s da… Dazu gleich mehr…

Leider konnten wir den Weg zum Strand nicht fortsetzen da ein freundlicher Polizist und warte das dort gerade jemand mit dem Messer bedroht worden ist, und sie denjenigen grade noch suchen würden. Das war das einzige Mal in Südafrika wo wir mit Kriminalität in Berührung kamen! In dem ach soooo gefährlichen Südafrika 😉

Am nächsten Tag fuhren wir durch den Ismangaliso Wetlank Park Zum Cape Vidal, ein wunderschöner Strand mit tollem Ausblick erwartete uns hier, zurück über verschiedene Aussichtspunkte und jede menge Tiere die auch hier zu sehen waren.

Zurück in St. Lucia haben wir eine Bootstour durch die Wetlands gemacht wo wir nochmal Hippos aus nächster Nähe bestaunen konnten.

Abends im Hotel lies uns das m ist den Hippos welche durch die Stadt laufen aber irgendwie nicht los, also sind wir ins Auto gehüpft und haben das kleine Örtchen gefühlt 25 mal abgefahren, mit Stirnlampe und Fernlicht bewaffnet sind wir unsere Kreise gedreht und haben auch die von der Dame an der Rezeption eingezeichneten Straßen wo sich die Hippos am liebsten aufhalten da 15 mal passiert. Leider ohne Erfolg… Keine Hippos in the City an dem Abend. Vielleicht auch ganz gut so, da dies sehr aggressive Tiere sind und laut Aussage des Rangers auf dem Boot, das Tier welches die meisten Menschen auf dem Gewissen hat in Südafrika…

Dafür hatten wir morgens beim Frühstück, Affen auf dem Balkon.

Hat man auch nicht jeden Tag 🤷‍♀️

Am nächsten Tag sind wir nach Durban gefahren, Durban wird auch klein Indien genannt und soll eine der gefährlichsten Städte in SA sein.

Die Innenstadt haben wir nur kurz  mit dem Auto passiert, aber wirklich unwohl habe ich mich auch hier nie gefühlt.

Direkt bei uns am Hostel war ein wunderschöner Strand welchen ich noch etwas abgelaufen bin, auch hier null Gefahr. Ich wurde zwar recht oft angesprochen. Aber immer sehr freundlich, nie aufdringlich oder komisch.

Am nächsten morgen sollten wir dann eigentlich weiterfliegen nach Port Elisabeth, aber wie heißt es so schön: erstens klommt es anders, und zweitens wie man denkt…

Am Flughafen angekommen stand unser Flug nicht auf der Abflugtafel, am Informationsstand wuste der gute Mann auch nichts davon das um 9.50 Uhr Uhr ein Flug nach Port Elisabeth gehen soll.

Also wir zum Southaafrican Airlines Schalter, wo uns dann mitgeteilt worden ist das der Flug bereits vor Monaten gestrichen worden ist.

Schlecht das uns keiner darüber in Kenntnis gesetzt hat?!

Wir wurden dann nach einiger Wartezeit umgebucht auf einen Flieger zurück nach Johannesburg, wo wir dann weiterfliegen konnten nach Port Elisabeth.

Szwaziland

So richtig gut informiert waren wir ja irgendwie nicht, und irgendwie ist uns auch kurz vorher aufgefallen das Swasziland ja ein richtiges Land ist und nicht nur ein Teil von Südafrika. Kurz vor der Grenze kam dann mal kurz die Frage hoch ob wir da eigentlich sowas wie ein Visum brauchen würden.

Mhh keine Ahnung, probieren wir mal ohne.

Also wir zur Grenze und am Grenzübergang in das Büro gegangen, dort stempelte eine etwas unmotivierte Dame etwas in unseren Pass. Auf meine Frage was wir jetzt noch zu tun hätten, kam ein etwas forsches ‚go in your car and drive’…

Gesagt getan, im Auto wurde uns klar das das jetzt nur die Ausreise aus SA ist, also einmal um die Ecke gefahren, wieder angehalten, wieder einen Stempel bekommen und schon waren wir in Swaziland.

Dort waren dann auch direkt die Straßen etwas schlechter und in den Schlaglöchern hätte man ganze Kühe verstecken können… Das wir keinen Reifen zerschossen haben, grenzt eigentlich an ein Wunder!

Als wir einmal gehalten haben ein um zu schauen ob wirklich alle Reifen noch ganz sind, kamen direkt Schulkinder gerannt um Süssigkeiten zu erbetteln.

Dies sollte uns noch soooo oft passieren.

Nach einer trotz der schlechten Straßen, wunderschönen landschaftlichen Fahrt sind wieder in unserer Lodge angekommen und haben den Tag am Pool ausklingen lassen.

Am nächsten Tag haben wir morgens auf einen ganz süßen Markt gestartet auf dem hauptsächlich Handarbeitssachen verkauft worden sind, im nachhinein betrachtet wäre das die günstigste Möglichkeit für Shopping gewesen.

Ich habe dort etwas für meinen Neffen kauft für umgerechnet 1.20 Euro, was ich später in den Tourihochburgen in SA für 10 Euro wieder gesehen habe…

Danach sind wir in ein Swazi Dorf gefahren, die Swazi sind eine afrikanische Volksgruppe der Bantu.

Im Dorf wurden wir erst rumgeführt und viel über die Traditionen welche immerfort gelebt werden informiert.

Kaum vorzustellen aber es gibt bei den Swazi welche ähnlich den Zulus sind Polygamie bis heute.

Nach dem Rundgang durften wir einem traditionellen Tanz zu schauen bei dem die Männer ihr Bein so hoch wie möglich schmeißen um Stärke zu beweisen.

Die unverheirateten Mädchen tun dies ebenso, jedoch um ihre Jungfräulichkeit zu beweisen. Seltsam, ist aber so…

Was noch viel seltsamer war, als die Tänze begonnen wurde ich total emotional und bekam Pipi in die Augen, keine Ahnung warum aber irgendwas hat mich sehr berührt ich hatte auch bis zum Schluss Gänsehaut…

Am nächsten Tag sind wir einmal quer durch Swaziland gefahren gen Süden Richtung St. Lucia.

Unterwegs fuhren wir an einigen traditionellen Swazi/Zulu Dörfern vorbei, und als wir anhielten damit ich kurz ein Foto machen kann, hatten wir direkt wieder bettelnde Menschen um uns herum.

Da wir aber vor kurzen bei einem Vortrag die schlaue Idee gehört haben, die Lebensmittel nicht einfach so rauszugeben sondern zu tauschen gegen etwas um das ganze etwas vertretbarer zu machen haben wir und kurzerhand selbst ins Dorf eingeladen.

Das Dorf bestand aus da 5 Hütten, und anwesend waren 4 Frauen, 5 Kinder und ein Opa.

Sie haben uns Ihr Zuhause auf eine so tolle freundliche Art gezeigt und sogar die Babyziege in die Arme gedrückt das wir ganz spontan alles was wir an essen dabei hatten so ziemlich dort gelassen haben.

Nach wunderschönen Momenten mit der Familie sind wir dann doch irgendwann wieder weiter,  der Gedanke daran das die Familie in Lehmhütten wohnt und auf dem Boden schläft, lässt mich jedoch bis jetzt nicht los…

Das war Swaziland, im nächsten Beitrag ist St. Lucia dran und warum wir nachts fast 2 Stunden immer wieder durch die kleine Stadt gefahren sind…